SendetermineChopin von A-Z vom Freitag, 12.3.2010, 16.03 Uhr, DRS 2
Freitag, 12.3.2010, 16.03-17.00 Uhr, DRS 2
Jorge Bolet
Der russische Pianist Emil Gilels hat einmal über Jorge Bolet (1914-1990) gesagt, er sei der grösste Pianist der westlichen Welt. Ein grosses Wort - ein zu grosses vielleicht. Aber eines steht ausser Zweifel: Bolet besass die Gabe, das Klavier zum Singen zu bringen. Eine Kunst, die nur wenige Pianisten beherrschen.
Bolet hat sich vor allem als Liszt-Interpret einen Namen gemacht. Er besass überragende technische Fähigkeiten, was bei Liszts teils horrend schwierigem Werk vonnöten ist. Er wehrte sich aber auch zeitlebens vehement gegen die Auffassung, Liszts Schaffen sei zweitklassig und nur auf Effekt angelegt. Er versuchte zu zeigen, dass auch Liszt ein musikalischer Poet ist - und Chopin damit näher steht als oft vermutet.
Es ist deshalb interessant, das Chopin-Spiel von Bolet (der sich angeblich einmal als «Chopinesque» bezeichnet hat) neben sein Liszt-Spiel zu stellen - und dabei statt den Unterschieden einmal die Gemeinsamkeiten der beiden grossen Klavierkomponisten zu entdecken.
Gespielte Werke:
Lied «Meine Freuden», op. 74/5 (arr. von Franz Liszt)
Ballade Nr. 2 in F-Dur, op. 38
Ballade Nr. 4 in f-Moll, op. 52
Lied «Mädchens Wunsch», op. 74/1 (arr. von Franz Liszt)
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