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Mittwoch, 24.8.2011

Tausende protestieren in Kiev gegen Janukowitsch

In der ukrainischen Hauptstadt Kiev haben mehrere Tausend Personen gegen Präsident Viktor Janukowitsch demonstriert. Bei Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten wurden mehrere Dutzend Menschen verletzt.

Demonstranten in Kiev versuchen eine Abschrankung zu durchbrechen. (Keystone)

Tausende Anhänger der inhaftierten ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko haben am Unabhängigkeitstag in Kiev gegen Präsident Viktor Janukowitsch protestiert. Zwischen Demonstranten und Polizisten kam es zu Handgemengen, als die Regierungsgegner eine Absperrung durchbrechen wollten.

Mehrere Dutzend Menschen seien vor allem durch Tränengas verletzt worden, teilte die Timoschenko-Partei Vaterland mit. Die Polizei warf den Demonstranten nach Medienangaben vor, mit Stöcken, Flaschen und Regenschirmen geworfen zu haben.

Unbewilligte Proteste
Trotz eines Verbots der Behörden hatten sich rund 5000 Anhänger Timoschenkos in der Innenstadt von Kiev versammelt und ihre Freilassung gefordert, wie ein AFP-Reporter berichtete. Sicherheitskräfte stellten sich ihnen entgegen und verhinderten einen Marsch in Richtung des Amtssitzes von Präsident Janukowitsch.

«Niemand hat das Recht, uns zu stoppen», sagte Timoschenkos Stellvertreter Alexander Turtschinow. Für den Abend planten die Timoschenko-Anhänger eine Kundgebung auf dem Unabhängigkeitsplatz, dem Schauplatz der Orangenen Revolution von 2004.

Mehrwöchige Haft
Timoschenko sitzt seit knapp drei Wochen wegen angeblichen Amtsmissbrauchs in Untersuchungshaft. Sie soll während ihrer Amtszeit nachteilige Gasverträge mit Russland geschlossen und damit die Ukraine um ungerechnet Hunderte Millionen Franken gebracht haben. Timoschenko hält die Vorwürfe für politisch motiviert.

Im Falle einer Verurteilung drohen der pro-westlichen Oppositionspolitikerin mehrere Jahre Haft, ausserdem könnte sie von der Parlamentswahl 2012 und der Präsidentschaftswahl 2015 ausgeschlossen werden. Nach Angaben ihres Anwalts ist sie inzwischen in der Haft erkrankt und leidet unter «beunruhigenden Symptomen». (inap, sda/dpa/afp)

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