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Freitag, 6.1.2012

Alexander Timoschenko erhält in Prag Asyl

In der Ukraine ist die Situation für die Familie der inhaftierten ehemaligen Regierungschefin Timoschenko schwierig. Ihr Ehemann ist nach Prag geflohen, wo er Asyl erhalten hat.

Jewgenija, Julia und Alexander Timoschenko in einer Aufnahme vom 11.10.2011 vor Gericht in Kiev. (Keystone Archiv)

Der Ehemann der inhaftierten ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat in Tschechien politisches Asyl erhalten. Damit nimmt Prag eine Verschlechterung der Beziehungen mit Kiew in Kauf.

Alexander Timoschenko wolle mit seinem Asylantrag in Tshechien verhindern, dass die Führung in Kiew gegen die Oppositionsführerin «weiteren Druck ausübe». Das hatte  Timoschenkos Partei in Kiew mitgeteilt.

Nach Informationen der Prager Zeitung «Pravo» hatte Alexander Timoschenko Ende 2011 um Asyl gebeten.

Eiszeit zwischen Kiew und Prag
Nach Ansicht von Beobachtern könnte der Entscheid Prags die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter verschlechtern. Tschechien hatte bereits im vergangenen Jahr dem ukrainischen Ex-Wirtschaftsminister Bogdan Danilischin Asyl gewährt. Danilischin war in der Regierung Timoschenkos von 2007 bis 2010 Wirtschaftsminister. Ihm wurde in der Ukraine Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Kaum hatte Danilischin Asyl erhalten, verwies die Führung in Kiew zwei tschechische Diplomaten wegen angeblicher Spionage des Landes.

Der 51-jährige Geschäftsmann Alexander Timoschenko hat sich während der turbulenten politischen Karriere seiner Frau im Hintergrund gehalten. Er wurde Anfang 2001 wegen einer Klage auf Veruntreuung festgenommen, die jedoch kurz darauf wieder fallengelassen wurde.

Tochter prangert Haftbedingungen an
Julia Timoschenko sitzt ihre Haftstrafe von sieben Jahren wegen Amtsmissbrauchs in einem Straflager in Charkow rund 450 Kilometer östlich von Kiew ab. Ihre Tochter Jewgenija protestierte am Freitag nach einem Besuch erneut gegen «unwürdige Haftbedingungen». Die Anstaltsleitung wies dies mit den Worten zurück, die Zelle der 51-Jährigen entspreche «europäischem Standard».

Julia Timoschenko forderte unterdessen unabhängige Experten aus Kanada für die Untersuchung ihres schweren Rückenleidens. Einheimischen Ärzten traue sie nicht, sagte ein Anwalt.

Timoschenko war im Oktober verurteilt worden, weil sie beim Abschluss von Gasverträgen mit Russland ihrem Land finanziellen Schaden zugefügt haben soll. Gegen Timoschenko sind weitere Verfahren hängig.

Hoffen auf Strassburg und Brüssel
Timoschenkos schärfster Rivale, Präsident Viktor Janukowitsch, weist die Vorwürfe zurück, das Verfahren gegen die Führerin der prowestlichen Orangen Revolution sei politisch gesteuert.

Janukowitsch hatte Timoschenko bei der Präsidenten-Stichwahl im Februar 2010 knapp geschlagen. Timoschenko, die in der Ukraine auch im Berufungsverfahren unterlegen war, will das Urteil gegen sie an den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte weiterziehen.

Wegen der Repression gegen Timoschenko und andere ehemalige Regierungsmitglieder durch die aktuelle Führung der Ukraine hat die EU die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der Ex-Sowjetrepublik auf Eis gelegt. (bat, sda/dpa/afp/Reuters)

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Dienstag, 11.10.2011

Sieben Jahre Haft für Timoschenko

Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ist wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Tausende protestieren in Kiew gegen das Urteil, die EU droht der Ukraine mit Konsequenzen.  Mehr


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