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(Keystone)

Villiger: Alt Bundesrat ist VR-Präsident der UBS

Im April wählte die UBS-Generalversammlung alt Bundesrat Kaspar Villiger zum neuen Verwaltungsratspräsidenten. Villiger sollte die Grossbank aus der Krise führen. Der damals 68-jährige frühere FDP-Politiker folgte auf VR-Präsident Peter Kurer, der im Zuge der Affäre um Schwarzgelder von US-Bürgern seinen Hut nehmen musste.

Erfahrener Finanzminister
Zwar kommt der neue UBS-Präsident Kaspar Villiger nicht aus der Bankenwelt. Als Finanzminister hat er aber grosse Erfahrungen mit Angriffen auf Schweizer Banken, auf das Bankgeheimnis und im Umgang mit Schuldenbergen gesammelt.

Villiger hatte 1989 bis 1995 das Militär- und 1996 bis 2003 das Finanzdepartement geleitet. Sein erstes Jahr als Bundespräsident 1995 war überschattet von Vorwürfen an die Schweiz wegen ihrer Rolle im Zweiten Weltkrieg und von Angriffen jüdischer Organisationen auf Schweizer Banken wegen nicht ausbezahlter Vermögen von Holocaust-Opfern.

Verteidigung des Bankgeheimnisses
Villigers Entschuldigung für die damalige schweizerische Flüchtlingspolitik wurde im In- und Ausland als mutiger Schritt gewürdigt. Dem internationalen Druck, das Bankgeheimnis aufzuheben, widersetzte sich Villiger damals mit Erfolg.

Auch als sein Finanzdepartement in den letzten Jahren seiner Amtszeit unter Beschuss geriet, zu wenig aktiv gegen Geldwäscherei vorzugehen, setzte er sich für die Beibehaltung des schweizerischen Bankgeheimnisses ein. Die gleiche Haltung vertrat Villiger zudem bei den schwierigen Verhandlungen mit der EU über die Zinsbesteuerung.

Trotz Sparpolitik wuchsen Schulden
Sein grosses Ziel, die Bundesfinanzen ins Lot zu bringen, konnte Villiger indes nicht erreichen - trotz harter Sparmassnahmen und unkonventioneller Methoden wie der Einrichtung eines «runden Tisches» 1998 zur Schnürung eines milliardenschweren Sanierungspakets.

Vor allem die Wirtschaftsflaute mit dem dramatischen Einbruch der Steuereinnahmen 2002 machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Die Schulden wuchsen unter seiner Ägide von 82 auf 122 Milliarden Franken an.

2003 trat Villiger als Bundesrat zurück. Danach nahm er Einsitz im Verwaltungsrat von Nestlé, Swiss Re und der Neuen Zürcher Zeitung. Nach seiner Wahl in den UBS-Verwaltungsrat will er jedoch seine anderen Firmenmandate aufgeben.

Unternehmer mit Tradition
Villiger, Bürger von Sins im Aargau und Pfeffikon im Kanton Luzern, wurde am 5. Februar 1941 geboren. Nach dem Besuch der Bezirkschule im aargauischen Reinach und der Kantonsschule in Aarau schloss er 1966 das Maschinen-Ingenieur-Studium an der ETH Zürich ab.

Als im gleichen Jahr sein Vater starb, übernahm der junge Ingenieur die Leitung des Schweizer Teils der Zigarrenfabrik Villiger AG in Pfeffikon, deren deutschen Teil bereits sein älterer Bruder Heinrich führte. Später stieg das Unternehmen auch in die Fabrikation von Fahrrädern ein.

Politische Karriere
Als Mitglied der Liberalen Partei wurde Villiger 1972 in den Grossen Rat des Kantons Luzern gewählt. 1982 rückte er in den Nationalrat nach, 1987 wechselte er in den Ständerat. Am 1.  Februar 1989 wählte die Vereinigte Bundesversammlung Villiger als Nachfolger von Elisabeth Kopp in die Landesregierung. (cdm, ap/sda)

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