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  • Zurück zum Dossier «Hilfe für Finanzplatz und Sparer»

(Keystone)

Rettungspaket des Bundes im Detail

Im Oktober 2008 beteiligte sich der Bund mit sechs Milliarden Franken in Form von Wandelanleihen an der angeschlagenen UBS. Rund zehn Monate später ist er bei der Grossbank wieder ausgestiegen, kurz nachdem die Schweiz und die USA ihren Streit über die UBS-Steueraffäre beigelegt hatten.

Bund hilft UBS
Nach längerem Zögern waren Bund und Schweizerische Nationalbank (SNB) der von der Krise hart betroffenen UBS mit einem Rettungspaket zu Hilfe geeilt. Das Paket bestand aus zwei Massnahmen: Zum einen konnte die UBS Problempapiere von rund 46 Milliarden Franken an die SNB auslagern. Zum anderen beteiligte sich der Bund an der Grossbank mit sechs Milliarden Franken in Form von Wandelanleihen.

Überraschender Entscheid
Das Einschreiten von Bundesrat und Bankbehörden im Herbst 2008 hatte viele überrascht. Denn kurz zuvor hatte Bern noch Zuversicht verbreitet, die Schweiz brauche im Unterschied zur EU und den USA keine staatlichen Rettungspakete für den Finanzplatz. Die UBS habe früh und radikal auf das Subprime-Debakel reagiert, hiess es.

UBS bat um Hilfe
Zu dieser Zeit hatte die UBS aber schon den Bund eingeschaltet. Sie brauchte dringend frisches Kapital. Weil sie es nicht mehr auf dem Markt beschaffen konnte, musste sie am 12. Oktober 2008 den Bund um Nothilfe bitten.

Nationalbank übernimmt Problempapiere
Das staatliche Rettungspaket ermöglichte der UBS, ihre faulen und illiquiden Papiere an eine Zweckgesellschaft zu verkaufen, die von der SNB kontrolliert wird. Diese wollte der UBS den Deal mit einem Kredit von maximal 62 Milliarden Franken finanzieren. Die UBS ihrerseits sollte die Zweckgesellschaft mit einem Eigenkapital von rund sechs Milliarden Franken ausstatten. Damit die Eigenkapitaldecke der UBS dadurch nicht dünner wurde, schoss der Bund entsprechend sechs Milliarden Franken in die Grossbank ein.

Diese derzeit nicht handelbaren Papiere sollen, wenn es der Markt dereinst zulässt, wieder verkauft werden. Falls daraus ein Gewinn resultiert, erhält die Nationalbank die erste Milliarde Franken. Den darüber hinausgehenden Gewinn teilen sich SNB und UBS.

UBS zahlt Zins an Bund
Für die sechs Milliarden Franken Kredit, die der Bund in Form einer Pflichtwandelanleihe gewährte, musste die UBS 12,5 Prozent Zins bezahlen, das sind 750 Millionen Franken pro Jahr. Die Anleihe war auf 30 Monate terminiert.

Die UBS hätte eine kürzere Laufdauer vorgezogen, der Bund bestand aber auf der langen Frist, weil er so während längerer Zeit Zinsen erhielt und sich die Chancen mit der Zeit erhöhten, die Aktien nach der Umwandlung zu guten Preisen am Markt zu verkaufen.

Aktionäre winken Kapitalerhöhung durch
An der ausserordentlichen Generalversammlung vom 27. November 2008 stimmten die Aktionäre dem Antrag auf Kapitalerhöhung zu und segneten damit gleichzeitig die Zeichnung einer Pflichtwandelanleihe im Umfang von sechs Milliarden Franken durch den Bund ab.

Im Dezember ausbezahlt
Der Bund überwies die sechs Milliarden Franken am 9. Dezember 2008, kurz nachdem das Parlament den Deal abgesegnet hatte. Dort war man sich nicht einig über die Bedingungen, die der Bund mit der Finanzspritze verknüpfen sollte. Einige forderten Einschränkungen bei den Boni-Bezahlungen.

Bund steigt wieder aus
Am 20. August 2009 stieg der Bund dann aus dem Engagement bei der Grossbank aus - wenige Stunden nachdem der Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA um die Herausgabe der Daten von 52'000 amerikanischen UBS-Kunden gelöst war.

Noch am selben Tag wandelte er die Anleihen in 332,2 Millionen Aktien um und platzierte sie zu 16.50 Franken. Zusätzlich zum Verkaufserlös von 5,48 Milliarden Franken erhält der Bund auf den investierten 6 Milliarden auch einen Zins von 1,8 Milliarden Franken. Unter dem Strich bleibt der Eidgenossenschaft also ein Gewinn von 1,2 Mrd. Franken.

Die Zweckgesellschaft der Nationalbank ist vom Ausstieg des Bundes nicht betroffen. Diese verwaltet weiterhin die giftigen Wertpapiere, welche die Nationalbank im Rahmen der Rettungsaktion von der UBS übernommen hatte. (nab/acd/jpb, sda/ap/reuters/dpa)

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Audio-Beiträge:


Peter Kurer: «Hilfe des Staates ist richtig» (16.10.08)
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Peter Kurer in der «Samstagsrundschau» (18.10.08)
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