Klavierlehrerin hinter schwedischen Gardinen
Unterrichtet hinter Gittern: Klavierpädagogin Astrid Riese.
«Viele Wege führen nach draussen» - Musik im Gefängnis
25 Jahre unterrichtete die Deutsche Musikpädagogin Astrid Riese an einer Musikschule - dann kam eine neue Herausforderung auf sie zu: Sie wurde angefragt, in der Justizvollzugsanstalt für Frauen in Vechta Musikunterricht zu geben. Es war der Beginn eines Abenteuers.
Ihre Erfahrungen hat sie im Buch «Viele Wege führen nach draussen: Unterricht hinter Gittern» zusammengetragen. Es sind minutiös festgehaltene Tagebucheinträge, die davon zeugen, was Klavierunterricht alles leisten kann.
Im Gefängnis fest etabliert
Mit ihrem Credo «Musik ist Kommunikation» wendet sich die Pädagogin von Anbeginn gegen die «Einzelhaft am Klavier». Vermittelt werden technische Fertigkeiten ebenso wie musikalisches Hintergrundwissen - die meisten Häftlinge sind Anfängerinnen. Nebst diesem Know-how schafft Riese auch eine bleibende Grundlage für zwischenmenschliche Begegnungen.
Der Erfolg bleibt nicht aus: «Der Klavierunterricht ist inzwischen aus dieser Einrichtung nicht mehr wegzudenken und stösst auch bei den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern auf reges Interesse», sagt Riese über ihre Arbeit.

