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Vergleich mit anderen Ländern

Die Leistungen der Arbeitslosenversicherung in der Schweiz gelten im internationalen Vergleich als gut. Ebenfalls ansprechende Leistungen werden an Arbeitslose in Deutschland oder Skandinavien ausbezahlt. Weniger gut ist der Versicherungsschutz in den angelsächsischen Ländern. Eine Auswahl.

In Deutschland erhält eine arbeitslos gewordene Person 67 Prozent ihres vorherigen Netto-Lohnes, falls sie für Kinder unterhaltspflichtig ist, respektive 60 Prozent, falls nicht. Die maximale Bezugsdauer beträgt, je nachdem, wie lange jemand zuvor in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt hat, meist 12 Monate, für über 58-Jährige maximal 24 Monate. Dabei besteht eine Obergrenze der Auszahlung: Mehr als 2100 Euro im Westen und 1900 Euro im Osten erhält niemand.

In Frankreich erhält eine arbeitslose Person zunächst 50 Prozent ihres vorherigen Gehalts. Dieser Betrag wird mit der Dauer der Arbeitslosigkeit sukzessive gekürzt. Die maximale Bezugsdauer für Arbeitslosengeld beträgt, je nach dem wie lange zuvor in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt wurde, zwischen 7 und 22 Monaten.

Wer in Italien arbeitslos wird, erhält in den ersten sechs Monaten 50 Prozent des letzten Gehalts. Im siebten Monat erhalten unter 50-Jährige nur noch 30 Prozent, dann ist Schluss. Über 50-Jährige erhalten vom siebten bis neunten Monat immerhin noch 40 Prozent und im zehnten und letzten Monat noch 30 Prozent ihres letzten Lohnes ausgezahlt. Zum Arbeitslosengeld hinzu kommen, etwa bei Entlassungen wegen Umstrukturierungen, je nach dem diverse Lohnersatzleistungen.

In Österreich erhält eine arbeitslos gewordene Person rund 55 Prozent des Nettolohnes plus geringfügige Zuschläge für die Familienmitglieder. Die Bezugsdauer reicht von 20 bis 52 Wochen, je nach dem wie lange jemand zuvor in die Arbeitslosenkasse einbezahlt hat und wie alt er oder sie ist.

In Grossbritannien gibt es keine gehaltsbezogene Arbeitslosenunterstützung. Wer arbeitslos wird, erhält pro Woche 60.50 Pfund (gut 100 Franken) für eine Dauer von 6 Monaten. Berufsanfänger von 18 bis 24 Jahren bekommen noch weniger. Durch die minimalen Leistungen soll der Druck auf die Arbeitnehmer erhöht werden, rasch eine neue Stelle anzunehmen.

In den USA sind die Bundesstaaten für die Arbeitslosenversicherung zuständig. Das führt zu erheblichen regionalen Unterschieden. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die Leistungen in den Südstaaten weniger grosszügig sind als in den nördlichen US-Bundesstaaten. Wobei «grosszügig» sowieso der falsche Begriff ist: Das Arbeitslosengeld beträgt nur einen Bruchteil des früheren Lohnes und wird maximal während 6 Monaten ausbezahlt.

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