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(Keystone)

Letztes Update: Montag, 8.3.2010

Deutliches Nein zu Rentenkürzungen

Schweizerinnen und Schweizer wollen nichts wissen von tieferen Neurenten in der Zweiten Säule. Sie haben die Senkung des Umwandlungssatzes mit 72,7 Prozent Nein-Stimmen wuchtig abgelehnt. In keinem einzigen Kanton gab es ein Ja.

Bei einer Stimmbeteiligung von 44,9 Prozent sprachen sich über 1,64 Millionen Stimmberechtigte dagegen aus, dass der Umwandlungssatz für die Berechnung der Renten in der Zweiten Säule bis 2016 auf 6,4 Prozent gesenkt wird. Nur gerade 617'299 sagten Ja zu dieser Kürzung der Neurenten.

Sehr hohe Westschweizer Nein-Anteile
Am schärfsten fielen die Nein-Voten in der Westschweiz aus: Die französischsprachigen Kantone lehnten die Vorlage allesamt mit Nein-Anteilen von über 77 Prozent ab. Am höchsten war die Ablehnung im Kanton Jura mit 84 Prozent.

Den höchsten Nein-Wert legten in der Deutschschweiz die Solothurner mit 77 Prozent in die Urne. In den meisten deutschsprachigen Kantonen sagten um die zwei Drittel der Stimmberechtigten Nein.

Schwere Niederlage der Bürgerlichen
Das Abstimmungsresultat ist eine schwere Niederlage für den Bundesrat, die bürgerlichen Parteien SVP, FDP, CVP und BDP sowie die Wirtschaftsverbände. Laut Politologe Claude Longchamp ist es die siebthöchste Nein-Rate für eine Behördenvorlage aller Zeiten.

Vergeblich argumentierten die Befürworter eines tieferen BVG-Satzes, dass dieser Schritt wegen der gestiegenen Lebenserwartung und den gesunkenen Renditeaussichten nötig sei. Diese Argumente verfingen trotz intensiver und teurer Kampagne nicht.

Erfolgreiche «Rentenklau»-Kampagne
Stattdessen setzte sich eine Koalition aus SP und Grünen, den Gewerkschaften und der Konsumenten-Presse durch, die gegen die Vorlage das Referendum ergriffen hatten. Sie punkteten mit dem Schlagwort «Rentenklau». Aus ihrer Sicht sind die bürgerlichen Parteien den Versicherungen aufgesessen.

Saftige Gewinne der Versicherungen kritisiert
Diese würden mit einer übertrieben hohen Lebenserwartung rechnen und die Renditeprognosen bewusst kleinreden. Ihr Ziel sei einzig, mit der beruflichen Vorsorge auch weiterhin saftige Gewinne einstreichen zu können, argumentierten die Gegner der Vorlage. Nicht zuletzt verfing in diesem Zusammenhang auch das Argument, dass die Verwaltungskosten der Pensionskassen viel zu hoch seien.

Nach dem Volks-Nein wird der Umwandlungssatz nur bis 6,8 Prozent gesenkt. Diese Anpassung war bereits 2005 beschlossen worden, um der gestiegenen Lebenserwartung Rechnung zu tragen. (luek, sda)


Audio-Beiträge:


Kommentar von Inlandchef Lukas Schmutz zum Nein zur Senkung des Umwandlungssatzes. (7.3.2010)
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Bundespräsidentin Doris Leuthard: «Das Abstimmungsresultat ist kein Misstrauensvotum gegenüber dem Bundesrat, sondern gegenüber der Wirtschaft.» (Philipp Burkhardt, 8.3.2010)
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Bundesrat Didier Burkhalter: «Gründe für das Nein sind vielschichtig.» (Phillip Burkhardt, 7.3.2010)
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SP-Präsident Christian Levrat: «Das ist ein Zeichen für die AHV-Revision.» (Elisabeth Pestalozzi, 7.3.2010)
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Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeber-Verbandes: «Das Resultat muss uns zu denken geben.» (Oliver Washington, 7.3.2010)
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Ein überwältigender Sieg für Linke und Gewerkschaften. Nun stellen sie ihre Forderungen. (Elisabeth Pestalozzi, 7.3. 2010
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Wie soll es mit der Finanzierung der Renten aus den Pensionskassen nun weitergehen? (Barbara Wiedmer, 7.3.2010)
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Resultate: Umwandlungssatz

Umwandlungssatz-Senkung: Worum geht es?

Pro und Contra Umwandlungssatz-Senkung


Verantwortlich für dieses Dossier:

news.online


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