(reuters)
Die Krisenregion Südossetien
Südossetien spaltete sich 1992 von Georgien ab. Bei den Kämpfen um die Unabhängigkeit wurden 1991/92 rund 1000 Menschen getötet; seitdem verwaltet sich die Region selbst.
Russland hilft dem kleinen Nachbarn
Zweimal - 1992 und 2006 - stimmten die südossetischen Einwohner für die Unabhängigkeit von Georgien. International wurden die Referenden jedoch nicht anerkannt. Das Gebiet unterhält enge Beziehungen zu Russland. Moskau unterstützt denn auch eine Abspaltung Südossetiens von Georgien und hat im Anschluss an den Krieg mit Georgien im August 2008 die Unabhängigkeit des Gebiets anerkannt. Russland beruft sich dabei auf den Fall Kosovo. Brisant ist dabei, dass Moskau im Fall der ehemals serbischen Provinz aber gerade gegen eine Unabhängigkeit ist.
Nur wenig grösser als die Waadt
Südossetien grenzt im Norden an die russische Republik Nordossetien, im Süden an die georgische Region Inner-Kartlien. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 3885 Quadratkilometern, ist also etwas grösser als der Kanton Waadt. Das südlich des Kaukasus-Hauptkamms gelegene, gebirgige Land liegt auf einer Höhe von 1000 bis 4000 Metern über Meer. 1989 lebten in der Region noch 164 000 Einwohner, vor dem Waffengang am 8. August 2008 waren es nur noch etwa 75 000.
Seit 1923 geteiltes Ossetien
Die Mehrheit der Bewohner der Region sind Osseten, aber in mehreren Dörfern leben rund 14 000 Georgier. Die Osseten sind ein iranisches Volk, die Mehrheit von ihnen lebt im russischen Nordossetien. Nord- und Südossetien waren 1923 von den Sowjets geteilt worden: der Norden blieb bei Russland, der Süden wurde Georgien zugeschlagen. Russland hat seit 1992 eine Friedenstruppe in dem Gebiet stationiert, Tiflis wirft dieser aber vor, auf der Seite der Separatisten zu stehen.
Saakaschwili wollte Südossetien zurückholen
Der georgische Präsident Michail Saakaschwili hatte bei seinem Amtsantritt 2004 angekündigt, er werde Südossetien und Abchasien wieder unter die Kontrolle von Tiflis bringen. Im August 2008 versuchte er, Südossetien militärisch zu besetzen. Die georgischen Truppen wurden aber von herbeieilenden russischen Soldaten vertrieben und als Folge des Kriegs anerkannte Russland - allerdings als einziges Land ausser Nicaragua - sowohl Südossetien als auch Abchasien als eigenständige Staaten an.
Georgien galt bis vor kurzem als möglicher Kandidat für einen Nato-Beitritt, nach dem neusten Waffengang könnte ein solcher aber in die Ferne gerückt sein.
(Quelle: Agenturen)
Mehr zu den Stichwörtern:
