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Dienstag, 16.3.2010

Schweizer Wald grösser und vielfältiger

Dem Schweizer Wald geht es gut. Er ist in den vergangenen Jahren artenreicher geworden und deutlich gewachsen. In Randgebieten ist die Zunahme aber nicht überall erwünscht.

Wie geht es dem Schweizer Wald?

Bald 30 Jahre nach dem Waldsterben und zehn Jahre nach dem Sturm Lothar haben Forscher der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in Birmensdorf bei Zürich einmal mehr den Zustand des Waldes untersucht und im dritten Landesforstinventar dargestellt.   Mehr

Tagesgespräch vom Dienstag, 16.3.2010, 13.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Die Waldfläche in der Schweiz ist in den vergangenen 11 Jahren um 600 Quadratkilometer gewachsen. Das entspricht annähernd der Fläche des Kantons Glarus, wie aus dem Schlussbericht des dritten Landesforstinventars (LFI3) hervorgeht.

Der Schweizer Wald bedeckt heute eine Fläche von 1,28 Millionen Hektaren. Im Vergleich zum zweiten, 1993 bis 1995 aufgenommenen Landesforstinventar, nahm die Waldfläche von 29,6 auf 31 Prozent der Landesfläche zu - und dies vor allem im Alpengebiet.

Unerwünschter Wald in Randgebieten
Die Ausdehnung in den Randgebieten sei teilweise unerwünscht, erklärten Vertreter des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) vor den Medien in Birmensdorf.

Sie forderten eine bessere Abstimmung zwischen Raumplanung, Landwirtschaft, Tourismus und Naturgefahrenprävention.

Artenreichtum zugenommen
Der Wald ist aber nicht nur gewachsen, auch der Artenreichtum hat zugenommen. Wälder mit nur einer Baumart sind im Vergleich mit dem zweiten Landesforstinventar um 4 Prozent auf 23 Prozent zurückgegangen. Dagegen sind die Bestände mit mehr als 10 Gehölzarten häufiger geworden.

Der Schweizer Wald erfüllt vielfältige Funktionen. Rund 36 Prozent sind Schutzwald; in mehreren Alpenkantonen sind es gar über 50 Prozent. 2,5 Prozent der Wälder werden heute in erster Linie für die Erholung genutzt.

Mehr Schäden an Bodenvegetation
Negativ sind die Trends bezüglich Gesundheit und Vitalität. Laut Urs-Beat Brändli vom Wissenschaftlichen Dienst LFI habe der Druck von Erholungssuchenden auf den Wald stark zugenommen.

Zudem hätten sich Schäden an Bäumen und an der Bodenvegetation verdoppelt. Stark zugenommen hätten auch die Verbissspuren durch Wild an jungen Bäumchen.

Zu wenig Verjüngung beim Schutzwald
Dank waldbaulicher Pflege seien die Schutzwälder, die vor Lawinen, Murgängen und Steinschlag schützen, stabiler geworden, heisst es im Schlussbericht.

Weniger Fortschritte erzielt worden seien dagegen bei der langfristigen Verjüngung der Schutzwälder. In rund einem Drittel dieser Wälder betrage die Verjüngung nur rund 10 Prozent und sei damit in einem «kritischen Bereich». (cdm, sda)

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Der Wald ist vor allem in alpinen Randgebieten gewachsen, wo die Landwirtschaft aufgegeben wurde. (Fredy Gasser, 16.3.2010)
Hören (2:11)

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