Am letzten Tag der Frankfurter Buchmesse erhielt Claudio Magris den renommierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Der italienische Germanist, Essayist und Publizist gilt als Wiederentdecker des zwischen den Weltkriegen aufgeriebenen literarischen Kontinents Mitteleuropa.
Claudio Magris, der diesjährige Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, warnt vor einem neuen Populismus und neuen Barrieren in Europa. «Der Krieg hat viele Gesichter», meint der Preisträger.
Am Schluss-Wochenende steht die Frankfurter Buchmesse nicht nur Fachbesuchern, sondern auch dem allgemeinen Publikum offen. Über 400 000 Bücher aus über 100 Ländern sind zu sehen. Doch das grosse Thema der diesjährigen Messe war das kontroverse Gastland China.
An der Frankfurter Buchmesse ist dieses Jahr China zu Gast. In zahlreichen Veranstaltungen, parallel zum offiziellen China-Programm, werden auf die fehlende Meinungs- und Äusserungsfreiheit im Land der Mitte hingewiesen, auf die herrschende Zensur und auf die grausamen Konsequenzen für regimekritische Autoren und Dissidenten.
Die Frankfurter Kunsthalle Schirn zeigt parallel zum Gastlandauftritt Chinas an der Buchmesse eine Skulpturengruppe, die zu den wichtigsten modernen chinesischen Kunstwerken gehört. «Hof für die Pachteinnahmen» heisst dieses Kunstwerk und zeigt 100 lebensgrosse Figuren, die das Leben im China vor der kommunistischen Machtergreifung zeigen.
China ist das schwierige Gastland an der Frankfurter Buchmesse. Schwierig, weil es das Recht auf freie Meinungsäusserung nicht respektiert und weil im Land selbst an die 50 Autorinnen und Autoren im Gefängnis oder in Lagern sitzen.
Es gab viel Kritik im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse. Das Gastland China werde mit Samthandschuhen angefasst, die Zensur des chinesischen Regimes zu wenig thematisiert. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach das Thema Zensur in ihrer Eröffnungsrede nur ganz vorsichtig an.
Am Abend hat die weltweit grösste Bücherschau, die Frankfurter Buchmesse, ihre Tore geöffnet. Die Buchmesse und ihr Umgang mit dem Gastland China hat schon im Vorfeld heftige Kritik ausgelöst.
Wie das Reich der Mitte mit seinen Autoren und Verlagen umgeht, weiss die Zürcher Sinologin Alice Grünfelder. Sie hat in China gelebt und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Chinas Literaturen.
Der Autor, der den grössten chinesischen Bestseller seit Maos kleinem roten Buch geschrieben hat, wird nicht in Frankfurt sein. Es ist Jiang Rong. Sein Buch «Der Zorn der Wölfe» ist vordergründig zwar ein unverfängliches Werk über die Erlebnisse eines jungen Chinesen bei Nomaden und Wölfen in der Inneren Mongolei. Doch dahinter verbirgt sich eine Provokation.
Seit Wochen wirft die Frankfurter Buchmesse ihren Schatten voraus. China ist ein heikles Gastland, das haben bereits die Ereignisse im Vorfeld der Buchmesse gezeigt.
Der Schriftsteller Liao Yiwu wurde ausgegrenzt, verfolgt und gefoltert. Eine Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse wurde ihm untersagt. Nicht zuletzt wegen seines Buches «Fräulein Hallo und der Bauernkaiser», das jetzt auf Deutsch erschienen ist. Mehr
Chinesisch zu sprechen könnte bald sehr wichtig sein, denn China ist zur wirtschaftlichen Grossmacht geworden. Da stellt sich die Frage: Sollen sich Kinder schon mit dem fremden Schriftsystem und der chinesischen Sprache vertraut machen, um für die Zukunft gerüstet und konkurrenzfähig zu sein?
«Das Reispflanzerlied» erzählt eine zeitlose Geschichte von Hunger und Tod, aber auch von Liebe und Hoffnung. China zu Beginn der 1950er-Jahre: Maos Bodenreform hat der armen Landbevölkerung wieder Hoffnung gemacht. Auch Jin'gen hat ein Stück Land zur Eigenproduktion erhalten. Mehr
China ist Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Ein Gast, den man kritisch betrachten muss, findet der Sinologe Wolfgang Kubin. Kubin schätzt den Auftritt Chinas auf der Buchmesse sehr kritisch ein. Mehr
Seit einiger Zeit kämpft der bekannte chinesische Künstler und Architekt Ai Weiwei für die Aufklärung der tödlichen Folgen des grossen Erdbebens in China für zahlreiche Schulkinder. Dabei wurde er Opfer der Polizei. Mehr
Ai Weiwei, der chinesische Künstler und Architekt, hat in den letzten Monaten für Schlagzeilen gesorgt: Fotos von ihm im Spitalbett gingen um die Welt - er war von der chinesischen Polizei verprügelt worden.
China ist dieses Jahr Gastland an der Frankfurter Buchmesse. In deutschen Verlagen erscheinen deshalb viele neue Romane von chinesischen Autoren und Autorinnen und viele Sachbücher über China. Mehr
Der Gastlandauftritt Chinas an der diesjährigen Frankfurter Buchmesse sorgt schon vorab für Kontroversen. In 52 beste Bücher stellen Christine Lötscher und Annette Pehnt im Gespräch mit Hans Ulrich Probst den ersten Roman der 37-jährigen, in Beijing aufgewachsenen, seit 1996 in den USA lebenden Yiyun Li vor. «Die Sterblichen» ist eine Sammlung so düsterer wie ergreifender Geschichten aus einer fiktiven chinesischen Provinzstadt im Jahre 1979. Mehr
In der offiziellen chinesischen Delegation der Frankfurter Buchmesse spielen die Literaturen von Minderheiten wie den Uiguren und den Tibetern eine sehr marginale Rolle. Welche Themen beschäftigen tibetische Autorinnen und Autoren?