Dällebach Kari wieder auf der Leinwand
Hanspeter Müller-Drossaart, Regisseur Xavier Koller und Carla Juri (von links) an der Eröffnung der Solothurner Filmtage (Keystone)
Regisseur Xavier Koller zeigt einen jungen Dällebach Kari, der Herzklopfen hat, der vor Glück fast zerspringt. Aber auch einen Kari, der mit seinem Schicksal hadert und mehr und mehr daran zweifelt, ob seine Liebe zur reichen Fabrikantentochter Annemarie die gesellschaftlichen Schranken zwischen Arm und Reich durchbrechen kann. Eine neue Seite von Dällebach Kari zeigen - dies war auch das Ziel von Xavier Koller. «Zu Beginn des Projekts musste ich mir überlegen: Was kann ich Neues erzählen zum Charakter?», sagte Koller anlässlich der Dreharbeiten in Bern im Juni 2011. Grundlage für sein Drehbuch war das Theaterstück von Livia Anne Richard, die den Dällebach Kari auf den Gurten brachte.
Im Film kommt es, wie es kommen muss: Der Vater von Annemarie verbietet diese Liaison und verhindert so eine Heirat. Kari lebt mit gebrochenem Herzen weiter, verliert aber seinen Humor und seine Lebensfreude zunächst nicht. Als er jedoch krank wird, beginnt er, mit seinem Leben abzuschliessen. Diese Zeit ist der Rote Faden im Film. Die Liebesgeschichte mit Annemarie wird in Rückblenden eingestreut. Wie denn seine Geschichte ende, wird der alte Dällebach Kari von seinen Zuhörern im Wirtshaus gefragt. Den Schluss könne er noch nicht erzählen, den müsse er zuerst leben. Wenig später springt er von der Kornhausbrücke in den Tod.
Der Film mit Hanspeter Müller-Drossaart und Nils Althaus (als junger Kari) läuft ab März in den Schweizer Kinos. (andj, pret)
