Schweinegrippe-Virus grassiert
Die Grippe-Epidemie geht weiter. Hochgerechnet auf 100'000 Einwohner haben 83 Personen in der letzten Woche 2010 einen Arzt wegen Grippe besucht. Bei 66 Prozent der nachgewiesenen Viren handelte es sich um das Schweinegrippe-Virus A(H1N1).
«Gewöhnliche Grippe»
Das tönt alarmierend, aber Daniel Koch, Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), gab Entwarnung: Ausser für Risikogruppen sei A(H1N1) «ein relativ harmloses Virus, das sich wie eine gewöhnliche Grippe auskurieren lässt».
Impfung empfohlen
Gleichzeitig wies der BAG-Experte darauf hin, dass Risikopatienten sich gegen die Grippe impfen lassen sollten: «Dies gilt auch für jüngere Chronischkranke und für Schwangere.» Impfen wird zudem empfohlen für Frühgeborene, ältere Menschen, Bewohner von Alters- und Pflegeheimen sowie das Gesundheitspersonal.
Welle rollt erst an
Nun sei «der allerletzte Moment» für eine Grippeimpfung, sagte Koch. Der Aufbau des Impfschutzes benötige etwa zwei Wochen. Man stehe «erst am Anfang der Grippewelle». Dies im Gegensatz zu letztem Winter, als in der Schweiz bereits Ende November die Spitze der Schweinegrippe-Fälle erreicht war.
In diesem Winter war in der Schweiz der epidemische Schwellenwert von 72 Arztbesuchen pro 100'000 Einwohner erstmals in der zweitletzten Woche des Jahres 2010 überschritten worden.
Babys und Kleinkinder stärker betroffen
Am stärksten erwischt hat es Kinder bis zu vier Jahren. Auf 100'000 Einwohner kam es in dieser Altersgruppe zu 112 Konsultationen beim Arzt. Bei Seniorinnen und Senioren über 65 Jahren hingegen gab es lediglich 9 Arztbesuche wegen Grippe auf 100'000 Einwohner.
Am stärksten betroffen sind mit 124 grippebedingten Arztbesuchen pro 100'000 Einwohner die Kantone Bern, Freiburg und Jura. Noch keine Epidemie gibt es in der Nordost- und in der Zentralschweiz. (luek, sda)
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