Johanna Spyri, Laure Wyss und Evelyne Hasler (SF)
Schweizer Schriftstellerinnen
«Machen Sie keine Bücher, setzen Sie Kinder in die Welt!» Der Rat eines männlichen Konkurrenten ist nicht der einzige seiner Art, den die französische Schriftstellerin George Sand (1804-1876) zu hören bekam. Und sie war nicht die einzige Frau, die ein männliches Pseudonym wählte, um Literatur erfolgreich zu ihrem Beruf zu machen. Bücher schreiben war also Männersache. Doch gilt diese Regel glücklicherweise nicht mehr.
Schweizer Schriftstellerinnen stehen ihren männlichen Kollegen in Nichts nach. Sie liefern nicht nur erfolgreichen, sondern oft ebenso kontroversen Stoff ab. «Entweder man liebt sie, oder man hasst sie», heisst es etwa über die «Fachfrau fürs Zynische», Sibylle Berg. Auch Überraschungserfolge belebten die Literaturszene: «Das Blütenstaubzimmer» der jungen Autorin Zoë Jenny beherrschte 1997 die Verkaufslisten und wurde in 27 Sprachen übersetzt.
Von A wie Annemarie Schwarzenbach über Sybille Berg, Milena Moser oder Ruth Schweikert bis zu Z wie Zoë Jenny: Sie alle schreiben Schweizer-, Lebens- und Literaturgeschichte, die so unterschiedlich ist, wie die Frauen selbst. Ob hellseherische Kriminalgeschichten von Ingeborg Kaiser oder Fantasy-Bücher der erst 14-jährigen Nathalie Marrer – die Schweizer Szene erfreut sich abwechslungsreicher, kritischer und lebendiger Literatur aus weiblicher Perspektive.
