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Montag, 26.12.2011

Fukushima-Bericht erhebt schwere Vorwürfe

Ein Zwischenbericht zur Reaktorkatastrophe in Fukushima erhebt Vorwürfe gegen die Betreiberfirma Tepco und die japanische Regierung. Diese seien völlig unvorbereitet gewesen und hätten fehlerhaft auf das Unglück reagiert, heisst es.

Das beschädigte AKW in Fukushima. (Archiv Keystone)

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Neun Monate nach der Katastrophe von Fukushima erhebt ein Zwischenbericht schwere Vorwürfe gegen den Betreiber Tepco und die japanische Regierung.

Sowohl Tepco als auch die zuständigen Behörden seien auf eine Katastrophe diesen Ausmasses vollkommen unvorbereitet gewesen, zitierten lokale Medien aus dem in Tokio veröffentlichten 507-Seiten-Bericht.

Tepco selbst hatte behauptet, keine Fehler im Umgang mit dem Unglück gemacht zu haben. Laut Bericht aber trägt der Atomanlagenbetreiber Verantwortung für die Katastrophe.

Mangelhafte Kommunikation
Die Reaktion auf das Unglück sei unkoordiniert gewesen, die Kommunikation mangelhaft. Tepco habe wichtige Informationen nur langsam an die Regierung weitergegeben, diese wiederum habe beim Zusammentragen der Information schlecht abgeschnitten.

Schon im Vorfeld sei das Risiko unterschätzt worden. Tepco hätte aber angesichts der dramatischen und unumkehrbaren Folgen die nötigen Vorkehrungen treffen müssen. «Selbst wenn es sich hier um ein sehr unwahrscheinliches Phänomen handelt, bedeutet das nicht, dass man es einfach ignorieren kann», heisst es im Bericht.

Unzureichend ausgebildet
Tepco hat dem Bericht zufolge seine Arbeiter nicht ausreichend ausgebildet, um das Unglück zu bewältigen. Fälschlicherweise hätten sie zum Beispiel angenommen, dass das Kühlsystem in Reaktor 1 unbeschädigt sei. Dadurch hätten sich die Rettungsarbeiten verzögert.

In Reaktor 3 hätten die Arbeiter die Notkühlung gestoppt, ohne dies zu melden. Laut Bericht wäre möglicherweise weniger Radioaktivität ausgetreten, wenn sie in beiden Fällen richtig reagiert hätten.

Der Bericht lässt Chaos bei der Rettungsaktion vermuten: Die Mitarbeiter hätten auf Taschenlampen zurückgreifen müssen, als der Strom im Werk ausfiel. Auch seien damit ihre Handys ausgefallen. Das habe die Kommunikation mit dem Koordinierungsbüro im Werk erschwert.

Evakuierung in verseuchte Gebiete
Kritik gab es auch an ungenauen Regierungsvorgaben für die Evakuierung der Bevölkerung aus den betroffenen Region. Einige Bewohner sollen daher in radioaktiv verseuchte Gegenden gebracht worden sein.

In der Atomanlage war am 11. März durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 und einen anschliessenden Tsunami das Kühlsystem so schwer beschädigt worden, dass die Brennstäbe in den Reaktoren 1 bis 3 vollständig schmolzen. Es ist der schwerste Atomunfall seit der Katastrophe in Tschernobyl 1986.

Unabhängige Kommission
Die japanische Regierung hatte eine unabhängige Kommission unter der Leitung des Ingenieurwissenschaftlers Yotaro Hatamura beauftragt, die Vorfälle zu untersuchen.

Der Bericht basiert auf 900 Interviewstunden mit 456 Beteiligten. Im Sommer wird der Abschlussbericht erwartet. Darin sollen auch Interviews mit Regierungsvertretern wie dem damaligen Ministerpräsident Naoto Kan ausgewertet werden. (inap, dpa)

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Dossier, Letztes Update: Sonntag, 11.3.2012

Japan: Erdbeben- und Atomkatastrophe

Am 11. März 2011 löste ein Beben der Stärke 9,0 vor der Ostküste Japans einen Tsunami aus, der weite Küstenstriche und ganze Städte zerstörte. Er beschädigte auch ein AKW und löste damit den atomaren Notstand aus.

Die Atomkatastrophe in Japan (Bildstrecke)
Die Atomkatastrophe in Japan
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