Frankreich setzt Afghanistan-Einsatz aus
Droht mit vorzeitigem Truppenabzug: Frankreichs Staatschef Sarkozy. (Keystone)
Frankreich stoppt nach einem Anschlag auf vier seiner Soldaten alle Militäreinsätze in Afghanistan vorübergehend. Sollte sich die Sicherheitslage nicht verbessern, könnten die Truppen auch vorzeitig abgezogen werden, sagte Präsident Nicolas Sarkozy in Paris. Vorerst würden alle Ausbildungshilfen und jede Kampfunterstützung für die afghanische Armee auf Eis gelegt.
Sarkozy, der im April zur Wiederwahl antritt, reagiert damit auf einen Anschlag auf französische Isaf-Soldaten in der ostafghanischen Provinz Kapisa. Verübt wurde er offenbar von einem vermeintlichen Kollegen - einem afghanischen Soldaten. Die Isaf nahm den Mann fest.
Mehr als 80 Franzosen in Afghanistan gefallen
Seit Beginn des Krieges im Jahr 2001 sind mehr als 2500 ausländische Soldaten getötet worden, darunter 82 Franzosen. In den vergangenen Monaten waren eine Reihe von Anschlägen von einzelnen afghanischen Soldaten verübt worden. Dies verstärkte das Misstrauen zwischen westlichen Militärs und ihren einheimischen Verbündeten.
Die Internationale Afghanistan-Schutztruppe (Isaf) will sich bis 2014 aus dem vom Krieg gezeichneten Land zurückziehen und bis dahin das Kommando an die im Aufbau begriffene afghanische Armee abgeben. (ank, reuters)
