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Freitag, 3.2.2012

Tote bei Strassenschlachten

Ägypten kommt nach den tödlichen Fussball-Krawallen nicht zur Ruhe. Auch am Freitag kam es wieder zu heftigen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei. Mehrere Menschen wurden getötet.

Vor dem Innenministerium in Kairo: Demonstranten werfen Steine auf die Polizei. (Keystone)

Nach dem Blutbad in einem Fussballstadion ist die Gewalt in Ägypten am Freitag weiter eskaliert und hat mindestens vier Menschen das Leben gekostet. In Kairo kam es den zweiten Tag in Folge zu Gewalt zwischen Demonstranten und der Polizei.

Bei gewaltsamen Protesten in der Hauptstadt starben zwei Menschen. Nach Angaben von Ärzten kamen die Demonstranten durch das Einatmen von Tränengas ums Leben. Sie hatten sich einer Demonstration in der Nähe des Innenministeriums angeschlossen, wo die Polizei mit Tränengas gegen die steinewerfenden Demonstranten vorging.

Angriff auf Behörden
Hunderte Menschen wurden von Sanitätern behandelt. Mehr als 10'000 Demonstranten hatten sich zuvor auf dem Tahrir-Platz versammelt, von wo sie zum Innenministerium weiterzogen. Dort schlug der anfangs friedliche Protestmarsch in Gewalt um.

Die wütende Menge stürmte am Freitag auch ein in der Nähe des Ministeriums gelegenes Gebäude der Steuerbehörde. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen flogen Brandbomben. Die Eindringlinge hätten Möbel und Akten zerstört, hiess es. Die Polizei habe Instruktion erhalten, im Umgang mit den Randalierern zurückhaltend zu sein.

Auch in der rund 140 Kilometer entfernten Stadt Suez, wo in der Nacht auf Freitag zwei Menschen bei Protesten erschossen wurden, gab es Ausschreitungen.

Misstrauen gegen Militärrat
Die Demonstranten in Kairo und anderen Städten sowie Abgeordnete des neu gewählten Parlaments werfen der Polizei vor, gegen die Ausschreitungen in dem Stadion nicht entschieden vorgegangen zu sein oder die Gewalt sogar geschehen haben zu lassen.

Die Proteste richten sich auch gegen den herrschenden Militärrat. Die Demonstranten werfen ihm vor, er wolle trotz gegenteiliger Beteuerungen die Macht nicht an eine gewählte Regierung abgeben. (luek, sda/dapd/afp/dpa/Reuters)

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