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Montag, 19.12.2011

In der Region wächst die Unsicherheit

Nach dem Tod Kim Jong Ils wächst die Ungewissheit, welchen Kurs das bettelarme Nordkorea einschlägt. Verläuft die Übergabe der Macht an Kims jüngsten Sohn reibungslos? Die Nachbarn blicken nervös auf das abgeschottete und unberechenbare Land.

Ungewissheit in der Region: Südkoreanische Zeitungen berichten über Kim Jong Ils Tod. (Reuters)

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Der Tod des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Il hat in der Region für Unsicherheit gesorgt. Südkorea ordnete die höchste Alarmbereitschaft für die Streitkräfte an. Beide Staaten befinden sich völkerrechtlich seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) noch im Kriegszustand.

Japan beruft Sicherheitsrat ein
Auch Japan berief seinen Sicherheitsrat ein. Ministerpräsident Yoshihiko Noda wies das Verteidigungsministerium und andere Regierungsstellen an, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Japan stehe mit seiner Schutzmacht USA sowie China und Südkorea bereits in engem Kontakt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Überraschend hatte die japanische Regierung zuvor auch kondoliert - dies, obschon das Land keine diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea pflegt und sich durch die Atomraketen Pjöngjangs bedroht fühlt.

Regierungssprecher Osamu Fujimura erklärte: «Die Regierung drückt nach der plötzlichen Nachricht über den unerwarteten Tod des Präsidenten der Nationalen Verteidigungskommission Nordkoreas, Kim Jong Il, ihr Beileid aus. Die japanische Regierung hofft, dass diese Situation keine negativen Folgen für den Frieden und die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel hat», sagte Fujimura weiter.

Noch keine offizielle Reaktion aus Washington
Aus den USA ist zunächst nur bekannt, dass Präsident Barack Obama informiert wurde. «Wir stehen im engen Kontakt mit unseren Verbündeten in Südkorea und Japan», teilte das Weisse Haus mit.

Nordkoreas Nachbar Russland zeigte sich gelassen: «Dieser für Nordkorea schmerzliche Verlust wird die weitere Entwicklung unserer freundschaftlichen Beziehungen nicht bremsen», sagte Aussenminister Sergej Lawrow. Kremlchef Dmitri Medwedew schickte Kims Sohn Kim Jong Un ein Beileidstelegramm.

Uno will aktiv bleiben
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat dem nordkoreanischen Volk sein Mitgefühl in der Zeit der Trauer ausgesprochen. Er versicherte, sich weiter für den Frieden und die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel einsetzen zu wollen. Ban war als Aussenminister von Südkorea massgeblich an den Gesprächen mit Pjöngjang beteiligt.

«Die Vereinten Nationen werden den Menschen in Nordkorea weiter helfen», bekräftigte er nach Uno-Angaben in einer kurzen Erklärung zu Kim Jong Ils Tod.

Kein Mitleid der EU
Ohne Bedauern hat die Europäische Union auf den Tod reagiert. «Wir nehmen die Mitteilung der nordkoreanischen Staatsmedien zur Kenntnis, wonach Kim Jong Il am Wochenende gestorben ist», heisst es in einer Erklärung des Sprechers der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel.

Die EU beobachte die Lage aufmerksam und sei «mit ihren strategischen Partnern in Kontakt, um Einschätzungen über mögliche Auswirkungen auszutauschen».

China kondoliert
China sprach Nordkorea sein «tiefstes Beileid» aus. Dem nordkoreanischen Volk gelte das «aufrichtige Mitgefühl» seines Landes, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua einen Sprecher des Aussenministeriums in Peking. Nordkorea-Experten in China äusserten aber auch die Sorge vor einer Instabilität im Nachbarland.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich seit dem Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März 2010 und dem Beschuss einer zu Südkorea gehörenden Insel im November desselben Jahres spürbar verschärft. (ank, dpa)

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Was erwartet den Nachfolger Kim Jong Un? (Simon Leu, 19.12.2011)
Hören (3:19)

Hintergrund: Das politische System

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Wer ist Kim Jong Un?


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