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Donnerstag, 10.5.2012

Obama spricht sich erstmals offen für Homo-Ehe aus

Paukenschlag im US-Wahlkampf: Ein halbes Jahr vor der Abstimmung hat sich Präsident Barack Obama erstmals öffentlich für die Homo-Ehe stark gemacht. Damit lehnt er sich aus dem Fenster. In zahlreichen Bundesstaaten ist die gleichgeschlechtliche Ehe verboten.

Barack Obama. (Reuters)

Barack Obamas Ja zu gleichgeschlechtlichen Ehen

Noch nie hat ein amtierender US-Präsident sich offiziell für Lesben- und Schwulenehen ausgesprochen. Die Aussage hat zwar eher symbolischen Charakter, aber: Warum tut Obama dies? Warum gerade jetzt?

Beitrag aus Echo der Zeit vom Donnerstag, 10.5.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

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«Ich denke, dass es gleichgeschlechtlichen Paaren möglich sein sollte zu heiraten», sagte Barack Obama in einem Fernsehinterview des Senders ABC. Bisher hatte sich der Präsident lediglich für eingetragene Partnerschaften von Homosexuellen stark gemacht - zwar mit gleichen Rechten, wie sie traditionelle Ehen mit sich bringen, aber nicht als «Ehe» definiert. Seine Meinung darüber habe sich im Laufe der Jahre «weiterentwickelt».

Er habe in den vergangenen Jahren viele Gespräche geführt. «Zu einem bestimmten Zeitpunkt bin ich schlicht zu dem Schluss gekommen, dass es für mich persönlich wichtig ist ... zu bestätigen, dass ich glaube, dass gleichgeschlechtliche Paare in der Lage sein sollten zu heiraten.» Alle Amerikaner müssten gleich behandelt werden.

Gegen Romney
Obama stellt sich damit gegen seinen designierten republikanischen Widersacher Mitt Romney, der eine Gleichstellung homosexueller Paare mit der klassischen Ehe ablehnt. Romney wies den Vorstoss denn auch zurück. «Ich glaube, eine Ehe ist eine Beziehung zwischen Mann und Frau», sagte er nach Angaben des Senders CNN.

«Knappe Wahl wird noch knapper»
Obama ist der erste US-Präsident, der sich für die Homo-Ehe ausspricht. Drei Tage zuvor hatte sich Vize-Präsident Joe Biden ähnlich geäussert und damit das Thema in den US-Medien an erste Stelle katapultiert.

Experten werteten den Schritt Obamas als bedeutende neue Entwicklung, die für ihn auch Risiken im Hinblick auf die Wahl im November berge. Die Homoehe gehört wie die Wirtschaftspolitik zu den besonders umstrittenen Themen, die wahlentscheidend sein könnten.

Die «New York Times» schrieb, Obama habe in den Wahlkampf nun ein soziales Thema einbracht - und zwar eines der am heftigsten diskutierten. Der Präsident der Katholischen Liga, Bill Donohue, fasste die Ablehnung vieler konservativer Kreise in Worte: «Ein Kind braucht eine Mutter und einen Vater.»

Leichter Sinneswandel
In den vergangenen Jahren hatte es im Hinblick auf Homosexuelle und gleichgeschlechtliche Partnerschaften einen Sinneswandel in den USA gegeben. Seit September 2011 können sich Schwule und Lesben in den US-Streitkräften outen, ohne Nachteile befürchten zu müssen.

Eine am Dienstag veröffentlichte Gallup-Umfrage ergab, dass 50 Prozent der US-Amerikaner dafür sind, gleichgeschlechtliche Ehen rechtlich zu verankern. 48 Prozent sind dagegen.

In sieben Bundesstaaten, darunter New York und Massachusetts, sind sie erlaubt. In weiteren neun Bundesstaaten, etwa Kalifornien, können Homosexuelle eingetragene Partnerschaften unterschiedlicher Prägung schliessen, die allerdings nicht der Ehe gleichgestellt sind.

Allerdings gibt es auch gegenläufige Entwicklungen: So sprachen sich die Bürger North Carolinas in einem Referendum dafür aus, alle Formen eingetragener Partnerschaften von Homosexuellen zu verbieten. Ähnliche Verbote gelten bereits in 29 anderen Bundestaaten. (fors, sda/dpa/reuters)

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Dossier, Letztes Update: Montag, 30.4.2012

Das Rennen um die US-Präsidentschaft

Am 6. November 2012 wählen die US-Bürgerinnen und -Bürger einen neuen Präsidenten. Dass der demokratische Bewerber Barack Obama heisst, steht so gut wie fest. Bei den Republikanern läuft derzeit alles auf die Kandidatur Mitt Romneys heraus. Der Multimillionär und früher Gouverneur von Massachusetts dürfte das aufwändige Vorwahlsystem letztlich für sich entscheiden.

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