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Donnerstag, 19.1.2012

Suche nach 21 Vermissten geht weiter

Im vor der Insel Giglio havarierten Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» konnten die Bergungsarbeiten wieder aufgenommen werden. Noch immer werden  21 Menschen vermisst. Offenbar hatte das Schiff vor einigen Monaten die Insel noch näher passiert als letzten Freitag.

Die «Costa Concordia» liegt vor dem Hafen von Giglio, fotografiert am 18. Januar 2012. (Keystone)

Mehr zum Thema
  • Freitag, 18.5.2012: Bergung der «Costa» beginnt nächste Woche
  • Donnerstag, 22.3.2012: Treibstoff aus Havarie-Schiff abgepumpt
  • Mittwoch, 22.2.2012: Weitere Leichen in der «Costa Concordia» entdeckt
  • Freitag, 27.1.2012: Reederei entschädigt Passagiere
  • Mittwoch, 25.1.2012: Die wirren Geschichten des Kreuzfahrt-Kapitäns
  • Dienstag, 17.1.2012: Schwere Vorwürfe gegen den Kapitän
  • Montag, 16.1.2012: Hintergrund: Die «Costa Concordia»

Die Suche nach Vermissten geht am sechsten Tag nach dem Kentern des Kreuzfahrtschiffs «Costa Concordia» weiter. Das sagte ein Sprecher der Rettungsmannschaften am Donnerstag auf der Insel Giglio.

Wrack leicht abgesunken

Die Suche war am Vortag unterbrochen worden. Das Wrack war weiter abgesunken und drohte in die Tiefe zu rutschen. Die Suche ist auch ein Wettlauf gegen die Zeit, weil in der Region schlechteres Wetter aufzieht.

«Das Schiff liegt weiterhin in unsicherer Lage in einer Untiefe», erklärte Luca Cari gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Die Taucher müssten deshalb vorsichtig vorgehen. «Jede Verlagerung würde Gefahr bedeuten, und wir müssten die Operationen erneut einstellen.»

Noch 21 Vermisste
Derzeit werden laut italienischen Angaben noch 21 Menschen vermisst, darunter zwölf deutsche Staatsbürger. Eine als vermisst geltende Deutsche hat sich nach Angaben des Zivilschutzes der Provinz Grosseto inzwischen gemeldet. Bisher hat das Unglück elf Tote gefordert.

Das 290 Meter lange Schiff mit mehr als 4200 Menschen an Bord hatte am Freitagabend nach der Kursänderung des Kapitäns einen Felsen vor der Insel Giglio gerammt und war leckgeschlagen. Das Schiff liegt derzeit in starker Schräglage vor der Insel.

Mindestens 1900 Tonnen Treibstoff an Bord

Das Abpumpen des Öls aus den Tanks des Schiffs wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Nach Angaben der Reederei sollen mindestens 1900 Tonnen Treibstoff an Bord sein, darunter Schweröl, sagte eine Sprecherin des Havariekommandos in Cuxhaven.

«Schweröl ist wie dicker, zähflüssiger Honig. Um es abzupumpen, muss es erst auf 45 bis 50 Grad erwärmt werden.» Die 21 Tanks der «Costa Concordia» können insgesamt 2400 Tonnen Treibstoff aufnehmen.

Der Umweltverband Legambiente sprach schon von bedeutenden Schäden für die Natur vor der toskanischen Insel Giglio als Folge der Lösungsmittel, Schmieröle, Lacke und Reinigungsmittel an Bord. Die Unglücksstelle liegt mitten im Pelagos-Meeresschutzgebiet. Das ist das wichtigste Walschutzgebiet im Mittelmeer.

Schiff nicht zum ersten Mal so nahe an der Insel
In London wurde derweil bekannt, dass die «Costa Concordia» der Insel Giglio im letzten August noch näher gekommen war, als am verhängnisvollen letzten Freitag. So soll das Schiff damals nur gerade in einer Entfernung von 230 Metern die Insel passiert haben, sagte ein Sprecher des Schiffsinformationsdienstes Lloyd's List Intelligence.

Die Daten deckten sich nicht mit den offiziellen Aussagen der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere. Deren Chef Pierluigi Foschi habe gesagt, das Schiff sei der Insel bei der geplanten Routenänderung, die im Rahmen eines Festes auf der Insel stattfand, nicht näher als 500 Meter gekommen. Lloyd's List sammelt Schiffsdaten aus der ganzen Welt und nutzt dabei unter anderem Satellitenbilder und ein Informationssystem, mit dem der Kurs der Boote verfolgt wird.

Fels auf Seekarte tatsächlich nicht eingetragen
Auch bei der Frage nach der Schiffskarte zeigt Lloyd's List Lücken auf: Auf der Karte des britischen Hydrographic Office (UKHO), das für Seekarten zuständig ist, sei der entscheidende Fels nicht aufgeführt. Allerdings werde diese für Fahrten in grosser Nähe zum Land wegen ihres Massstabes auch nicht empfohlen.

Der Kapitän der «Costa Concordia» hatte beklagt, auf seiner Seekarte sei der Fels, an den das Schiff schliesslich stiess, nicht zu sehen gewesen. (pet, dpa)

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Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» rammt Felsen (Bildstrecke)
Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» rammt Felsen
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Weiterführender Link zum Thema:

  • giglionews.com: Die Webcam auf der Insel zeigt die «Costa Concordia», die Leck geschlagen vor dem Hafen von Giglio liegt.


Verantwortlich für diesen Beitrag:

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