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Dienstag, 31.1.2012

Suchaktion im Wrack endgültig eingestellt

Die Suche nach weiteren Leichen im Wrack der «Costa Concordia» ist eingestellt worden. Die Sicherheit der Taucher gehe vor, teilte der Zivilschutz mit. Noch immer werden 15 Menschen vermisst. Inzwischen erhebt der Bordarzt schwere Vorwürfe gegen den Kapitän der Concordia.

Seit dem 13. Januar bedroht die «Costa Concordia» die Küste vor der Insel Giglio. (Keystone)

Mehr zum Thema
  • Freitag, 18.5.2012: Bergung der «Costa» beginnt nächste Woche
  • Donnerstag, 22.3.2012: Treibstoff aus Havarie-Schiff abgepumpt
  • Mittwoch, 22.2.2012: Weitere Leichen in der «Costa Concordia» entdeckt
  • Freitag, 27.1.2012: Reederei entschädigt Passagiere
  • Mittwoch, 25.1.2012: Die wirren Geschichten des Kreuzfahrt-Kapitäns
  • Dienstag, 17.1.2012: Schwere Vorwürfe gegen den Kapitän
  • Montag, 16.1.2012: Hintergrund: Die «Costa Concordia»

Die gekenterte «Costa Concordia» bewegt sich weiter, so dass die Taucher nicht mehr im Innern des Wracks nach Leichen suchen können. Aus Sorge um die Sicherheit der Taucher werde die Suche im Schiffswrack endgültig beendet, sagte Franco Gabrielli, Chef des Zivilschutzes. Die Suche rund um das Schiff und im Meer werde aber fortgesetzt.

Der Zivilschutz informierte nach eigenen Angaben die betroffenen Familien und Botschaften über die Entscheidung. Bislang wurden 17 Tote aus dem am 13. Januar vor der Insel Giglio gekenterten Schiff geborgen. Noch gelten 15 der 4200 Passagiere und Crewmitglieder als vermisst.

Wellen und Wetter behindern Arbeiten am Wrack
Die Suchaktion war Sonntag früh unterbrochen worden, weil sich das Schiff in der Nacht etwas stärker bewegt hatte. Kontrollinstrumente hätten gezeigt, dass sich die «Costa Concordia» innerhalb von sechs Stunden um dreieinhalb Zentimeter verschoben hat.

Der Krisenstab auf der Insel Giglio hatte mehrfach betont, dass sich das 290 Meter lange Schiff zwar leicht bewege, jedoch stabil auf einem Felsen liege.

Wegen des aufziehenden schlechten Wetters waren schon am Samstag die letzten Vorbereitungen für das Abpumpen des Treibstoffs aus den Tanks unterbrochen worden. Inzwischen ist aus Livorno ein Spezial-Schiff eingetroffen. Es soll den Müll aufnehmen, der von der «Costa Concordia» ins Meer geschwemmt wurde.

Bordarzt macht Kapitän Schettino schwere Vorwürfe
Nach Ansicht des Bordarztes der «Costa Condordia», Gianluca Marino Cosentino, kam der Evakuierungsbefehl nicht von Kapitän Francesco Schettino. Schettinos Verhalten habe zu gravierenden Verzögerungen bei der Evakuierung geführt, sagte Bordarzt Cosentino der Tageszeitung «Il Mattino».

«Das Besatzungspersonal war schon eine halbe Stunde lang zur kompletten Evakuierung bereit, bevor per Lautsprecher der Befehl zum Verlassen des Schiffes kam», wurde Cosentino zitiert. Der Evakuierungsbefehl war seiner Ansicht nach nicht vom Kapitän gegeben worden. Er sei sich zu 90 Prozent sicher, dass es nicht Schettinos Stimme gewesen sei, sagte der Bordarzt weiter.

In der Nacht der Havarie habe er den Eindruck gehabt, der Kapitän stehe unter Schock. Schettino sei keineswegs seinen Koordinierungspflichten an Bord nachgekommen, wirft der Bordarzt dem Kapitän vor. «Ich war sehr überrascht, als ich nach Mitternacht Schettino ohne Uniform auf der Insel Giglio gesehen habe», sagte Cosentino. (bat, sda/afp/apa)

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Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» rammt Felsen (Bildstrecke)
Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» rammt Felsen
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Weiterführender Link zum Thema:

  • giglionews.com: Die Webcam auf der Insel zeigt die «Costa Concordia», die Leck geschlagen vor dem Hafen von Giglio liegt.


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