Die Pianisten-Legende Martha Argerich
Die argentinische Pianistin Martha Argerich 2003 in Verbier. (Keystone)
«Ich spiele gern Klavier, aber ich bin nicht gerne Pianistin.» Mit diesem Satz hat Martha Argerich das Dilemma einmal zusammengefasst: Ständig am eigenen Ruhm gemessen zu werden, das Beste geben zu wollen (und auch zu müssen) - und das unter den Augen der Öffentlichkeit.
Pianistische Ausnahmebegabung
Diese Öffentlichkeit war ihr seit ihren Siegen bei den Wettbewerben in Bozen und in Genf (1957) und beim Chopin-Wettbewerb in Warschau (1965) sicher. Auch wenn sie sich phasenweise vom Konzertieren zurückzog, immer wieder nicht zu ihren Konzerten erschien und auch die Programme kippte. Dem Erfolg dieser pianistischen Ausnahmebegabung hat es nicht geschadet, ihrem Charme und ihrem Charisma hat sich das Publikum bereitwillig untergeordnet.
Intensiv und kraftvoll, farbenreich und vor allem spontan: So wird ihr Klavierspiel immer wieder beschrieben. Mit ihren schier grenzenlosen technischen Möglichkeiten hat sie Aufnahmen vorgelegt, die heute als Standard-Einspielungen gelten - etwa Franz Liszts h-Moll Sonate oder Sergej Rachmaninows 3. Klavierkonzert.
Förderung junger Talente
Seit den 1980er Jahren tritt Martha Argerich eigentlich nicht mehr mit Solo-Programmen auf, dafür hat sie ihre Kammermusik-Tätigkeit intensiviert. Dabei spielt sie nicht nur mit ihren langjährigen Musiker-Freunden zusammen, sondern fördert auch junge Talente: seit 2002 etwa an ihrem «Progetto Martha Argerich» in Lugano.
Norbert Graf, Musikredaktor
