«Heavy Rain»: Interview mit Guillaume de Fondaumière, Quantic Dream
Guillaume de Fondaumière, Quantic Dreams mit DRS IT-Redaktor Guido Berger
Heavy Rain könnte auch ein Film sein. Oder dreieinhalb Filme. Oder dreissig. Weil aber Quantic Dream Games machen und nicht Filme, ist es halt ein Game. Mit einem eigentlich unmöglichen Konzept: die Spieler sollen die volle Kontrolle über die Geschichte haben.
"Kontrolle" interpretiert man bei Quantic Dream sehr weit. In vielen anderen Spielen wird die Geschichte sehr linear erzählt: Spieler können sich zwar Zeit nehmen, um Aufgabe A zu erledigen, und nehmen Aufgabe B in Angriff, wann sie wollen; diese ist aber immer gleich. Nicht so bei Heavy Rain: die Handlungen der Spieler verändern die Geschichte dauerhaft. Das geht soweit, dass eine der vier Hauptfiguren sterben kann; was in anderen Spielen "Game over" bedeuten würde, führt in Heavy Rain einfach dazu, dass das Ende trauriger wird. Unterschiedliche Spieler erleben eine unterschiedliche Geschichte.
Diese Geschichte von Heavy Rain ist ein Thriller und dreht sich um den Origami Killer, einen Serienmörder, der in den Händen seiner Opfer gefaltete Papierfiguren hinterlässt. Jede der vier Hauptfiguren - ein FBI-Profiler, eine Reporterin, ein Privatdetektiv und ein Architekt - haben ihren eigenen Bezug zu dem Fall und versuchen, dem Killer auf ihre Weise auf die Schliche zu kommen. Wir Spieler schlüpfen abwechslungsweise in die Rolle eines der vier.
Im Gespräch mit dem Executive Producer von Heavy Rain, Guillaume de Fondaumière, wurde klar, wie riesig das Projekt wurde. Um die Figuren des Dramas möglichst echt nachzubilden, erfasste man die Bewegungen und Gesichtsausdrücke von echten Schauspielern (Motion Capture) und digitalisierte sie für das Spiel. Weil nun aber aus den Handlungen der Spieler sehr viele verschiedene Geschichten entstehen können, blieb nichts anderes übrig, als jeden einzelnen der möglichen Handlungsstränge durchzuspielen und aufzunehmen. Dazu waren 170 Drehtage nötig, mit 50 verschiedenen Schauspielern. Die Hauptdarsteller hatten je 120 Seiten Text auswendig zu lernen, damit sie nicht ablesen konnten, und man so gleich ihre Bewegungen und Gesichtsausdrücke digitalisieren konnte. Die vier Hauptdarsteller waren vier Monate im Studio, für Proben, Experimente und schliesslich die eigentlichen Aufnahmen.
Mehr Bilder gibts in Guidos Blog.
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