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Freitag, 10.2.2012

ACTA: Harmloses Abkommen oder Zensur?

Am Samstag werden in Europa Tausende von Menschen auf die Strasse gehen - einige davon auch in Zürich und Genf - und sich für ein zensurfreies Internet stark machen. Ziel der Kundgebungen: Die Ratifizierung des multilateralen Anti-Fälschungs- und Piraterie-Abkommens ACTA zu verhindern. Ein Abkommen, dem auch die Schweiz beitreten soll.

Gegen das ACTA-Abkommen wird europaweit protestiert, hier ein Demonstrant in Bratislava (Flickr/Smoet)

ACTA steht als Akronym für «Anti-Counterfeiting Trade Agreement». Das internationale Handelsabkommen verpflichtet die teilnehmenden Länder auf Standards im Kampf gegen Produktepiraterie und Urheberrechtsverletzungen.

Die USA, Kanada, Australien, Japan und viele Staaten der EU haben den Vertrag bereits unterschrieben. Auch von der Schweiz wird eine baldige Unterschrift erwartet.

Institut für geistiges Eigentum vs. Piratenpartei
Laut Mathias Schaeli vom Eidgenössischen Institut für geistiges Eigentum (IGE), der die Schweiz bei den ACTA-Verhandlungen als Chefunterhändler vertrat, würde sich durch eine Annahme bei uns kaum etwas ändern, da ACTA keinerlei Gesetzesänderungen nötig mache. Es gehe lediglich darum, die bestehenden Gesetze konsequent anzuwenden.

Anders sieht das Denis Simonet, Präsident der Schweizer Piratenpartei. Er befürchtet, dass die mit ACTA angestrebte strafrechtliche Verfolgung von Produktepiraterie und Urheberrechtsverletzungen letztlich zu einer umfassenden Überwachung des Internets führt.  Internet-Anbieter könnten gezwungen werden, genau zu überwachen, was ihre Kunden machen. De facto hätte man es dann mit einem zensurierten Internet zu tun.

Die Piratenpartei hat deshalb am 11. Februar eine Demonstration in Zürich gegen das ACTA Abkommen organisiert. Auch in vielen anderen Ländern finden Protestkundgebungen statt, wie diese Google-Karte zeigt.

Umsetzung ungewiss
Ob nun Schaeli oder Simonet richtig liegen, lässt sich zum heutigen Zeitpunkt nicht eindeutig beantworten. Das ACTA-Abkommen ist einigermassen offen formuliert, mit vielen «kann»-Passagen, die bei der Umsetzung Spielraum offen lassen. Wie sich ACTA längerfristig auswirken wird, bleibt damit ungewiss.

Die Gegner stören sich aber auch an der Art, wie das Abkommen ausgehandelt wurde. Die USA haben ACTA 2008 initiiert und anfänglich fanden die Verhandlungen unter fast geheimen Bedingungen statt. ACTA-Kritiker bemängeln diesen Ausschluss der Öffentlichkeit als undemokratisch.

Sensibilisierung seit SOPA
Viel vom Protest gegen ACTA scheint aber auch auf Fehlinformationen zu beruhen. So beziehen sich manche Kritikpunkte auf Passagen, die sich in der Urform des Abkommens befanden, aber in der endgültigen Fassung des Vertrags nicht mehr vorhanden sind.

Die Heftigkeit der Proteste gegen das ACTA-Abkommen ist Zeichen dafür, dass die Gemeinde der Netzaktivisten derzeit sehr sensibel auf mögliche Rechtsänderungen im Internet reagiert. Das hat nicht zuletzt mit dem Versuch zu tun, in den USA mit SOPA (Stop Online Piracy Act) ein Gesetz einzuführen, das in seiner ursprünglichen Form tatsächlich zensurähnliche Zuständen hätte mit sich bringen können.

Jürg Tschirren

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Kommentare zu diesem Artikel:


Samstag, 11.2.2012, 16.27 Uhr: FB Job-Börse via Facebook

Das Internet ist für diese ACTAivisten... Eine zu liberale plattform... Die wollen uns NUR verarschen und uns Mundtod schlagen...


Samstag, 11.2.2012, 06.27 Uhr: Valentina van Dooren via Facebook

ein typisches USA Gesetz nenne ich das (sehr nützlich für ihre derzeitigen Wahlen)


Freitag, 10.2.2012, 20.38 Uhr: Stefan Schäppi via Facebook

Nei


Freitag, 10.2.2012, 19.55 Uhr: Ruben Brönnimann via Facebook

http://www.youtube.com/watch?v=9LEhf7pP3Pw


Freitag, 10.2.2012, 19.40 Uhr: Chalina Frei via Facebook

Gibts nüt bessers z demonstriere?


Freitag, 10.2.2012, 18.41 Uhr: Gabriel Ineichen via Facebook

auch wenn gesagt wurde dass durch ACTA keine schweizer Gesetze geändert werden müssen. Was heist denn bite www --> World Wide Web heist wenn wir auf eine seite von Deutschland(.de) Amerika(.uk) oder auch .com zugreiffen und nun der besitzer in einem land ist welches ACTA unterschrieben hat und nun diese seite geschlossen wir nur weil irgend ein post oder ähnlichem mit einem Lied oder ein Clip nun strafbar ist. Ach und wenn das durchkommen würde könnte Google oder andere nicht oder nur noch eingeschränkt arbeiten. Was dazu fürt dass aleine an einem Tag ein Millionen-Milliarden Verlust auftreten würde. Und das Hilft der Wirtschaft überhapt nicht STOP ACTA !!


Freitag, 10.2.2012, 18.29 Uhr: David Däster via Facebook

ACTA bietet in der aktuellen Fassung vieleicht keine "Müssen", aber sehr viele "Können" und "Möglich". Wer die Content-Mafia kennt weiss, dass diese "Können" und "Möglich" so schnell wie möglich in "Müssen" umgewandelt zu werden. Dazu zählt auch das 3-Strickes (Mahnen, Sperren, Verurteilen) uvm. Zudem: Wer sich Demokratisch schimpft dürfte solche Verhandlungen mit der Industrie nicht hinter verschlossenen Türen machen, und nur jene Anhören. Beim ACTA Prozess waren Bürgerrechtsvertrettungen und kritische Stimmen nicht anwesend bzw. vor der Türe. Kurzum: ADACTA mit ACTA


Freitag, 10.2.2012, 18.28 Uhr: Stefan Schäppi via Facebook

Acta esch de ersti schritt zum Öberwachungsstaat för alli wo ned de Medie wend blind vertraue: http://www.youtube.com/watch?v=9LEhf7pP3Pw&feature=player_embedded


Freitag, 10.2.2012, 17.22 Uhr: Andreas Haus via Facebook

Sehr wichtig. Das thema ist viel grösser als die meisten wissen! Das darf man bei normalem menschen verstand nie annehmen! Ein echtes usa gesetz!


Freitag, 10.2.2012, 17.20 Uhr: Cornelia Mischler via Facebook

Das ist eine Zensur und was für eine!!!


Freitag, 10.2.2012, 17.13 Uhr: Daniela Gugg via Facebook

typisch dieses Gärtli-Denken. Gesetzesänderung in der Schweiz oder nicht, es würde eh uns alle betreffen. Ausserdem scheren sich die Schweizer Grosskonzerne ja auch nicht darum dass sie ihren Abfall auf dem ganzen Globus verteilen. Genau wie dies mittlerweile die ganze Welt betrifft, würde auch ACTA die ganze Welt also auch die Schweiz betreffen. Oder habt ihr beispielsweise kein Interesse daran mit einer Unterschrift oder einem sonstigen Post der Rousseff euren Unmut über die Abholzung des Amazonas kund zu tun?


Freitag, 10.2.2012, 17.01 Uhr: Fritz Lamparter via Facebook

Habt Ihr euch eigentlich mal genauer damit befasst? Beispiel: Du kaufst dir legal eine CD. Du lädst dir die Songs runter auf deinen PC. Nun findet deine Kollegin eines der Lieder toll und bittet dich, es ihr zu schicken. Du willst es via Mail verschicken. Und schon zählst du zu den Kriminellen, da das Stück nicht kopiert werden dürfte! Beispiel 2: Du lädst ein Video von deiner Geburtstagsparty ins Netz. Im Hintergrund läuft ein bekanntes, aber auch geschütztes Lied (z.B. Barbra Streisand von Duck Sauce) Das Video wird hochgeladen und schon bist du strafbar, weil das Lied im Hintergrund läuft! Beispiel 3: Du findest ein Lied toll und lädst dir den Songtext dazu herunter. Später zeigst du dies deinen Freunden z.B. durch einen facebook-Eintrag. Und schon wieder bist du strafbar, da der Text u.U. geschützt ist. Ach ja.. sollte ACTA unterzeichnet werden, wird JEDE Mailnachricht kontrolliert und auf "geschützten Inhalt" hin überprüft. Datenschutz gibt es nicht mehr!


Freitag, 10.2.2012, 16.38 Uhr: Remo Conoci via Facebook

Überhaupt nicht übertrieben. Selbst wenn die Schweiz das Abkommen nicht mitunterzeichnet betrifft es uns trotzdem. Gmail, Yahoo-Mail, Youtube, flikr, iCloud... alles was in den USA gehostet wird steht den dortigen Behörden zur freien Verfügung. Sprich: wenn nur der geringste Verdacht besteht, jemand habe für sein Youtube-Videöli eine urheberrechtlich geschützte Hintergrundmusik verwendet, kann die US-Behörde sämtliche Konten des Betroffenen sperren, egal aus welchem Land er ist.


Freitag, 10.2.2012, 16.33 Uhr: Andreas Friedrich Zimmermann via Facebook

Es stellt sich wirklich die Frage ob die Musiker davon Profitieren Herr Aeschlimann, ich zweifle daran, denn der grösste Teil des Kuchen aus der Musikindustrie geht eh an die Majors und andere Big Player. Acta ist definitiv Zensur.


Freitag, 10.2.2012, 16.31 Uhr: Marc Aeschlimann via Facebook

solange sich behörden wie die weko oder steuerämter mit der musikindustrie befassen müssen wegen ungereimtheiten, diese branche keinerlei transparenz zulässt, darf eine solche industrie keine forderungen stellen und ihr handeln soll demnach auch kritisch hinterfragt werden. und dieses ACTA hat bislang noch nirgends positiv punkten können, selbst bei denen nicht, die davon profitieren sollten: den musikern


Freitag, 10.2.2012, 16.26 Uhr: Fritz Lamparter via Facebook

Es ist eine Frechheit, dass die Schweiz sich daran beteiligen will. Die einzigen, die daran etwas verdienen und Gewinn daraus schliessen, sind die Grosskonzerne, die die "Welt regieren". Die Schweiz sollte sich ein Beispiel an Deutschland nehmen und den Vertrag nicht unterzeichnen!!


Freitag, 10.2.2012, 16.22 Uhr: Patrick Pädu Jost via Facebook

http://www.youtube.com/watch?v=yWqta3S9vcc


Freitag, 10.2.2012, 16.22 Uhr: Oliver Hiltbrunner via Facebook

zensur


Freitag, 10.2.2012, 16.19 Uhr: Beatrice Bütikofer via Facebook

Scheiss ACTA. as längt langsam mit dene scheiss ischränkige:@


Freitag, 10.2.2012, 16.17 Uhr: Bob Johnson via Facebook

def. zensur!!

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