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Hugo Loetscher: Leben, schreiben, reisen

Hugo Loetscher bei der Verleihung des Grossen Schiller-Preises 1992. (Keystone)

Hugo Loetscher wurde am 22. Dezember 1929 in Zürich geboren als Sohn eines Mechanikers. Seine Herkunft aus dem Arbeitermilieu betonte er später immer wieder. Er studierte Politische Wissenschaften, Wirtschaftsgeschichte, Soziologie und Literatur in Zürich und Paris und war in der Studentenbewegung aktiv.

Nach seiner Promotion war er Literaturkritiker bei der «Weltwoche» und der «Neuen Zürcher Zeitung». Von 1958 bis 1962 arbeitete er als literarischer Redaktor der Zeitschrift «du» und leitete die von ihm begründete Beilage «Das Wort».

1960 erfolgte die Uraufführung seines Stückes «Schichtwechsel» am Zürcher  Schauspielhaus. Nach Aufgabe der Redaktionstätigkeit für die Zeitschrift «du» blieb er freier Schriftsteller, arbeitet aber von 1964 bis 1969 noch als Feuilleton-Redaktor und Mitglied der Chefredaktion der «Weltwoche» und später auch als Kritiker und Publizist für «NZZ», «Tages-Anzeiger», Radio und Fernsehen sowie verschiedene Zeitschriften.

Loetscher debütierte 1963 als Erzähler mit «Abwässer. Ein Gutachten». Es folgten die Romane «Die Kranzflechterin» (1964), «Noah» (1967), «Der Immune» (1975), «Die Papiere des Immunen» (1986) sowie Essaysammlungen und zwei Dramen. «Die Augen des Mandarin» war vor zehn Jahren einer seiner grössten Kritikererfolge, für den er auch eine Ehrengabe des Kantons Zürich bekam.

Loetscher begann schon früh, die Welt zu bereisen. Seit 1965 reiste er regelmässig nach Lateinamerika, später war dann oft Südostasien sein Ziel und auch die USA. In den letzten Jahren zog es ihn auch nach Indien und China.

1979/80 erfolgte eine Tätigkeit als «Writer in residence» an der University of Southern California. 1981 war er Gastdozent an der Universität Fribourg, 1981/82 erster Inhaber des «Swiss Chair» an der City University New York.

Von 1986 bis 1989 war Loetscher Präsident des Schweizerischen Schriftstellerverbandes. Er war auch Mitglied der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung.

Loetschers Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so etwa 1992 mit dem  grossen Schiller-Preis der Schweizerischen Schillerstiftung oder 1994 mit dem Kreuz des Südens, einem Orden für Verdienste um die brasilianische Kultur.

2004 wurde Loetscher Ehrenbürger der Luzerner Gemeinde Escholzmatt. 2006 gewann er den ersten Preis des Lyrikwettbewerbs des Festivals Rilke in Siders für «Es war einmal die Welt».

Hugo Loetscher starb am 18. August 2009 in Zürich nach einer schweren Operation, kurz vor dem Erscheinen seines letzten Buches «War meine Zeit meine Zeit». Darin entfaltet Loetscher die Themen seines Lebens und seines Werks zu einer «weltumspannenden Autogeographie».

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Reflexe vom Mittwoch, 19.8.2009, 11.03 Uhr, DRS 2

«In Grammatik gebrachte Gefühle» - die Gedichte von Hugo Loetscher

Hugo Loetscher war in erster Linie bekannt als Romanautor und Essayist - den Ausflug in die Poesie unternahm er erst spät. Vor fünf Jahren veröffentlichte der Autor seinen ersten Gedichtband «Es war einmal die Welt».   Mehr

Hören (28:17)Download (MP3, 13.1MB)


Sounds! - Surprise, 15.01.1993, 22:03 Uhr

Interview mit Hugo Loetscher

Suzanne Zahnd im Gespräch mit Hugo Loetscher über Literatur, seine Reisen in den südamerikanischen Raum und über Einflüsse Kulturen auf sein literarisches Schaffen.


  • Hören (36:23)

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