Kohlemine war früher: Die «Zeche Zollverein» in Essen ist heute Teil einer neuen Kulturmetropole. (Keystone)
Umgenutzt: Ruhrgebiet
Nicht bloss eine Stadt, sondern gleich ein ganzes Gebiet ist Kulturhauptstadt in Deutschland: Das Ruhrgebiet rund um Essen. Es zeigt, wie sich Europas einstige Kohle- und Stahlregion allmählich zu einer mehrzentrischen Kulturmetropole entwickelt.
Längst sind die grossen Industrien verschwunden, das entstandene Vakuum noch im Auffüllen begriffen. Die Macher hinter «Ruhr.2010» wollen die Chance nutzen, das noch immer als «unkulturell» verschriene Gebiet neu und überraschend zu gestalten. Auf dem Programm stehen rund 300 Projekte und 2500 Veranstaltungen.
Mit dabei ist auch das Festival «Theater der Welt»: Vom 30. Juni bis 17. Juli starten von Essen und Mülheim fast 400 Künstler eine theatralische Reise rund um den Globus - rund 30 Produktionen zwischen Theater, Tanz, Oper, Musik, bildender Kunst und Performance.
Die drittgrösste Agglomeration Westeuropas steht dieses Jahr im Blickpunkt des Kontinents. Das deutsche Ruhrgebiet ist nämlich Kulturhauptstadt Europas. Die Gegend ist im Umbruch. Von den ehemals Hunderten von Kohlezechen sind gerade noch vier übrig geblieben, Hundertttausende Berg- und Stahlarbeiter haben in den letzten 50 Jahren ihre Arbeit verloren.
Das Festival «Theater der Welt» bringt seit 1. Juli 2010 Produktionen aus der ganzen Welt ins Ruhrgebiet. Die Kuratorin Frie Leysen hat eine klare Vorstellung davon, was sie dem Publikum mitgeben will: Einen Zusammenprall verschiedener Perspektiven auf die Welt.
Die belgische Festivalmacherin Frie Leysen ist eine der renommiertesten ihres Fachs. In diesem Jahr hat sie die künstlerische Verwantwortung über das Festival «Theater der Welt», das als Teil von «Ruhr.2010» in Essen und Mühlheim stattfindet.
Fördertürme, qualmende Hochöfen, permanenter Smog - diese Bilder des Ruhrgebiets stimmen nicht mehr. Das einstige Zentrum von Kohle und Stahl ist heute eine der dynamischsten Gegenden Europas. Mehr
Mit dem Ruhrgebiet wurde erstmals nicht nur eine Stadt, sondern eine ganze Region zur «Kulturhauptstadt Europas». Einst prägten Lärm, Staub und Schweiss die Region - nun, nach dem Niedergang der Kohle- und Stahlindustrie, hat die Kultur die Industriehallen erobert. Mehr
Ein wahrer Theater-Marathon hat am Wochenende im Ruhrgebiet stattgefunden: Sechs Uraufführungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen an verschiedenen Orten - ein Theaterprojekt der Kulturhauptstadt Ruhrgebiet.
Mit Glockenläuten und Gottesdiensten am Freitag Abend und einem einem grossen Festakt am Samstag beginnt im verschneiten Essen das Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt unter dem Motto «Ruhr 2010». Am Sonntag wird dann auch das neue «Ruhrmuseum» eröffnet.
Essen im Ruhrgebiet ist eine von drei Europäischen Kultur-Hauptstädten 2010. Mit einem ehrgeizigen Programm will man in Essen und Umgebung zeigen, wie neues Leben in Industrieruinen aussehen kann.
Spätestens im Jahr 2018 soll die letzte Zeche im Ruhrgebiet geschlossen werden: Das haben die deutsche Bundesregierung, Länder, Gewerkschaften und der Betreiberkonzern im Januar 2007 beschlossen. Ein wichtiges Kapitel der deutschen Industriegeschichte neigt sich damit dem Ende entgegen. Mehr
Die drei Kulturhauptstädte Europas 2010 könnten unterschiedlicher nicht sein: Weltstädtisch die Metropole Istanbul, friedlich-verträumt das ungarische Pécs, und das aus dem Dornröschenschlaf gerüttelte Ruhrgebiet. Oder alles nur Klischees? Mehr
Um 1968 erlebte das Originalton-Hörspiel eine neue Blüte. In Hans Gerd Krogmanns «Bergmannshörspiel» sprechen sechs Bergleute aus dem Ruhrgebiet über sich. Über ihre Probleme und Schwierigkeiten, ihre Hoffnungen und Träume, über Politik und Privates, ihren Beruf und die Chancen des Arbeiters in dieser Gesellschaft - und über ihre Solidarität mit den protestierenden Studenten.Mit Michael Thomas und Gerhard Börner, Günter Bosse, Wolfgang Funder, Hans Jürgen Junge, Herbert Ketturkat, Edmund Nowacki, Wolfgang Reinold, Siegfried Säcker, Klaus Schablitzki, Peter Vorhölter und Karl-Heinz Walter Mehr