Der Mann, den die Zürcher verschmähten
Liebermann 1978 in Zürich. (Keystone)
Cabaret, Klassik, Jazz, Volksmusik – Rolf Liebermann kannte als Komponist keine Scheuklappen: Er beschäftigte sich je nach Gelegenheit mit allen möglichen musikalischen Genres und Stilmitteln.
Man könnte Liebermann vielleicht als einen der ersten Postmodernen bezeichnen. Auf jeden Fall schlug er schon 1954 – die Zeit der seriellen Avantgarde! – mit seinem «Konzert für Jazzband und Sinfonieorchester» einen Weg ein, der damals Third Stream hiess und bis heute aktuell ist, auch wenn er nun meist Crossover heisst.
Vielleicht noch folgenreicher war Rolf Liebermann als Opernintendant. Es ist ihm zu verdanken, wenn Oper in TV und Film heute selbstverständlich ist und so ein breites Publikum erreicht.
Andererseits glaubte Liebermann auch an die Neue Musik: Als Leiter der Opernhäuser von Hamburg und Paris brachte er an seinen Häusern über zwei Dutzend neue Werke zur Uraufführung.
Eines gelang Rolf Liebermann allerdings nicht: Drei Mal bemühte er sich um die Leitung des Opernhauses Zürich – drei Mal ohne Erfolg...
Roland Wächter, Musikredaktor DRS 2
