Pop-Geschichten: Die 70er Jahre
Nach dem stürmischen Aufbruch in den 60er Jahren - als Enthusiasmus zunächst wichtiger war als Perfektion - begannen in den 70ern die Ansprüche zu steigen. Musiker und Fans wollten mehr. Die Musik wurde komplexer. Jimi Hendrix, Cream, Pink Floyd, Led Zeppelin, Deep Purple und all die anderen internationalen Grössen der Rock-Welt hatten den Standard bereits gesetzt; konnten da die Schweizer mithalten?
Tusk gelang 1970 mit «Child Of My Kingdom» auf den soundmässigen Spuren von Deep Purple der erste Schweizer Single-Hit des harten Rocks. Und Toad gaben sich mit ihrem charismatischen Frontmann Vic Vergeat unter dem Einfluss von Hendrix und Cream und dem Management von Christoph Schwegler im Studio in London den weltmännischen Schliff.
Aber die 70er brachten auch Gegenbewegungen: Die Schlagkraft des Punk aus England probierten sogleich auch die Schweizer Nasal Boys (später: Expo) aus. Polo Hofer und seine Rumpelstilz schufen mit ihrem Mundart-Rock endlich eine wahrhaft eigene und dauerhafte Schweizer Pop-Identität. Und es gab die geniale Mundart-Eintagsfliege, die all die Jahrzehnte seither überlebt hat: «Campari Soda» von Psychiater Dominique Grandjean alias Taxi.
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