1961 - 1987: Konkurrenz TV und Privatradios
(Die neue Radio- und Fernsehantenne auf dem Säntis, 1958.)
Das Medium Radio muss sich der Rivalität durch das junge Medium Fernsehen stellen, das sich nun zum Massenmedium entwickelt. 1964 werden Fernsehen und Radio in der nationalen Radio- und Fernsehgesellschaft zusammengefasst.
Den unterschiedlichen Interessen seiner Hörerschaft kommt das Radio weiter entgegen: 1968 erhalten die Programme klare Schwerpunkte: DRS 1 steht für Information und Unterhaltung, DRS 2 für Klassische Musik. Spezialsendungen kommen hinzu und ab 1987 nehmen die Regionaljournale ihren Betrieb auf.
Ab 1983 sendet auch DRS 3 als Antwort der SRG auf die Konkurrenz durch die Lokalradios.
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| Pop-Polyglott: Monica Uetz, Saro Marretta, Georges Pilloud und Alphonse Layaz während der Sendung (Foto: Noel Weber, 1970 oder 1974). |
Von der Expo 1964 werden erste eigene Nachrichtensendungen ausgestrahlt. Ab 1971 werden die Nachrichten nicht mehr von der SDA bezogen.
Popmusik
Unbeschwerte, charakterlose Musik werfen kritische Zeitgenossen der Pop-Sendung «Nachtexpress» vor. Mit «Pop Polyglott» liefert das Radio einen Fremdsprachenkurs für populäre Musik, in welchem die Songtexte übersetzt werden. So trägt das Radio der «Naturkatastrophe Beatles», die im Expojahr 1964 einschlägt, Rechnung.
| Pop Polyglott: Die Naturkatastrophe Beatles, 1964 |
| Theodor Haller über die Beatles, 1964 |
| 1000. Sendung Nachtexpress, 1988 |
| Die Musiktitel im Nachtexpress, Urs Frauchiger, 1988 |
Regionaljournale
Ab 1978 führt Schweizer Radio DRS die «Regionaljournale» ein: Basel, Bern/Freiburg/Wallis, Ostschweiz/Graubünden, Zentralschweiz und Zürich/Schaffhausen. Als letzte regionale Radio- und Fernsehgesellschaft in der Deutschschweiz wird 1980 die Programmstelle «Aargau-Solothurn» in Aarau gegründet, eröffnet wird das Studio Ende der 80er-Jahre.
Radio überall
Die Hörgewohnheiten ändern sich weiter. Das Radio wird zum Begleitmedium. Das individuelle Radiohören in allen Lebenslagen kommt immer mehr auf. Mit den neuen politischen Bewegungen in den 70er-Jahren senden Piratensender ihr eigenes Programm. Die illegalen Sender sind zahlreich und liefern den Behörden ein Katz- und Mausspiel, das zu einem «Wellenkrieg» - um den Anspruch auf den Platz im Äther - führt. Ab 1981 sendet Radio DRS rund um die Uhr.
| Aktion Freiheit für Radio und Fernsehen, 1974 |
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| Sendestart DRS3 1983 mit Generaldirektor Leo Schürmann, Radiodirektor Andreas Blum und Peter Bühler, Leiter DRS3. |
DRS 3
1983 ermöglicht der Bundesrat Privatradio in der Schweiz, sechs Stationen nehmen den Versuchsbetrieb auf. Als Antwort auf die Liberalisierung lanciert Schweizer Radio DRS den «amtlich bewilligten Störsender» DRS 3.
| «Geburtsstunde DRS3», 31.10.1983 |
| Spot zum DRS 3 Sendestart |
| Originalspots fürs «Drei», 1980er-Jahre |
| DRS 3 Jingles |
| Panne! Felix Mäzler und Bruno Neininger, 1993 |
Popularität nimmt zu
Durch die behördliche Bewilligung neuer Radioprogramme erlebt das Radio einen Aufschwung. Die tägliche Hördauer des Radios nimmt noch einmal deutlich zu und liegt heute bei rund 100 Minuten pro Tag und Einwohner. Das Radio wird als rasches Informationsmedium geschätzt und dient einem Grossteil der Bevölkerung als treuer Begleiter bei Arbeit und Freizeit. Das Programmangebot wird ausgebaut: 1996 geht die Musigwälle auf Sendung.


