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Mittwoch, 4.6.2008

Stammzellen: Umstrittene Hoffnungsträger

Die Stammzellenforschung ist ein viel versprechender, aber auch umstrittener Forschungszweig in Biologie und Medizin. Mit Hilfe von Stammzellen will man in Zukunft Krankheiten wie Blutkrebs, Alzheimer, Diabetes, Parkinson erfolgreich therapieren können.

Erste Forschungsresultate versprechen Potential

Als Stammzellen werden Körperzellen bezeichnet, die noch nicht für eine bestimmte Funktion spezifiziert sind. Sie können sich in verschiedene Zelltypen (z.B. Herz-, Nerven-, Blut-, Muskel- und Knorpelzellen) oder Gewebe ausdifferenzieren. Und genau da vermutet man das Potential der Stammzellenforschung und den daraus resultierenden Therapiemöglichkeiten. Zwar hat man zum Beispiel bei Herzinfarktpatienten eine teilweise Erneuerung des Herzgewebes erreicht, in dem man ihnen eigene Stammzellen aus dem Knochenmark gespritzt hat, damit steht die Forschung jedoch erst am Anfang.

Embryonale Stammzellen: umstritten aber wichtig

In der Gesellschaft hat die Stammzellenforschung ein negatives Image. Der kontroverse Punkt ist vor allem deren Gewinnung. Stammzellen können aus dem Embryo (embryonale Stammzellen) oder nach der Geburt zum Beispiel aus der Nabelschnur, dem Knochenmark oder aus dem Blut gewonnen werden (adulte Stammzellen). Während die Gewinnung von adulten Stammzellen keine Gefahr für den Menschen darstellt, wird bei der Entnahme von embryonalen Stammzellen der menschliche Embryo zerstört. Dies führt zu heftigen Diskussionen: Soll der Embryo bereits als menschliches Wesen betrachtet und genau so geschützt werden?

Doch gerade embryonale Stammzellen sind für die Forschung von grosser Wichtigkeit. Nur sie haben die Fähigkeit, sich in sämtliche Zellen eines Gesamtorganismus oder sich sogar zu einem kompletten Individuum zu entwickeln («Totipotenz») und bieten den Forschern darum grössere Möglichkeiten als die adulten Stammzellen, deren Differenzierungspotential beschränkt ist.

Thomas Hägler

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Kontext vom Mittwoch, 4.6.2008, 09.05 Uhr, DRS 2

Ethik: Opfer auf dem Altar der Gesundheit?

Nach dem Entscheid des britischen Gesetzgebers, die Vermischung von tierischen und menschlichen Zellen für die Herstellung experimenteller Stammzellen zuzulassen, herrscht Aufregung. Opfern wir die Ethik auf dem Altar der Gesundheit? Fachleute diskutieren.  Mehr

Hören (54:10)Download (MP3, 25.0MB)


Versicherung aus der Nabelschnur

Input, DRS3, 22.10.2006, 48:19
Hintergründe über das Geschäft mit der Stammzellengewinnung und den Trend nach immer mehr medizinischer Sicherheit für unsere Kinder.


  • Hören (42:48)

Stammzellenforschungsgesetz: Ethische Diskussion

Kontext, DRS2, 13.10.2004, Teil 1: 28:06, Teil 2: 27:34   - Im ersten Teil werden die biologischen Hintergründe und medizinischen Perspektiven erläutert. Im  zweiten Teil diskutieren die Ethiker Carola Meier-Seethaler und Christoph Rehmann-Sutter über die Verwendung von embryonalen Stammzellen in der Forschung.


Stammzellen: grosse Hoffnung, viele Fragezeichen

Doppelpunkt, DRS1, 13.1.2002, 49:14
Stammzellen - was ist das und welches medizinische Potential steckt in ihnen? Ab wann ist menschliches Leben zu schützen. Was ist der Unterschied zwischen embryonalen und adulten Stammzellen?


  • Hören (49:12)

Embryozellen für Superman: Heilungsutopie der Biomedizin

Input, DRS3, 28.10.2001, Teil 1: 60:52; Teil 2: 63:12  - Mit Hilfe von Stammzellen sollen unter anderem Parkinson oder Querschnittlähmungen eines Tages geheilt werden können. Diesen Heilungsversprechen steht allerdings eine harte ethische Diskussion über die Stammzellenforschung gegenüber.


Weiterführende Links zum Beitrag:

  • Bundesgesetz über die Forschung an embryonalen Stammzellen
  • Verordnung über die Forschung an embryonalen Stammzellen
  • International Stem Cell Forum (englisch)
  • Stiftung Science et Cité: Interaktive Seite zur Stammzellenforschung

Mehr zu den Stichwörtern:

  • Embryo
  • Medizin
  • Stammzellenforschung

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