Stammzellen: Umstrittene Hoffnungsträger
Die Stammzellenforschung ist ein viel versprechender, aber auch umstrittener Forschungszweig in Biologie und Medizin. Mit Hilfe von Stammzellen will man in Zukunft Krankheiten wie Blutkrebs, Alzheimer, Diabetes, Parkinson erfolgreich therapieren können.
Erste Forschungsresultate versprechen Potential
Als Stammzellen werden Körperzellen bezeichnet, die noch nicht für eine bestimmte Funktion spezifiziert sind. Sie können sich in verschiedene Zelltypen (z.B. Herz-, Nerven-, Blut-, Muskel- und Knorpelzellen) oder Gewebe ausdifferenzieren. Und genau da vermutet man das Potential der Stammzellenforschung und den daraus resultierenden Therapiemöglichkeiten. Zwar hat man zum Beispiel bei Herzinfarktpatienten eine teilweise Erneuerung des Herzgewebes erreicht, in dem man ihnen eigene Stammzellen aus dem Knochenmark gespritzt hat, damit steht die Forschung jedoch erst am Anfang.
Embryonale Stammzellen: umstritten aber wichtig
In der Gesellschaft hat die Stammzellenforschung ein negatives Image. Der kontroverse Punkt ist vor allem deren Gewinnung. Stammzellen können aus dem Embryo (embryonale Stammzellen) oder nach der Geburt zum Beispiel aus der Nabelschnur, dem Knochenmark oder aus dem Blut gewonnen werden (adulte Stammzellen). Während die Gewinnung von adulten Stammzellen keine Gefahr für den Menschen darstellt, wird bei der Entnahme von embryonalen Stammzellen der menschliche Embryo zerstört. Dies führt zu heftigen Diskussionen: Soll der Embryo bereits als menschliches Wesen betrachtet und genau so geschützt werden?
Doch gerade embryonale Stammzellen sind für die Forschung von grosser Wichtigkeit. Nur sie haben die Fähigkeit, sich in sämtliche Zellen eines Gesamtorganismus oder sich sogar zu einem kompletten Individuum zu entwickeln («Totipotenz») und bieten den Forschern darum grössere Möglichkeiten als die adulten Stammzellen, deren Differenzierungspotential beschränkt ist.
Thomas Hägler
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